Da bricht der Aristokrat endlich das Schweigen: „Äh — Hm.“ — — — er kopiert die Stimme des Wirtes: „Jä, jä, das sin mir Gästäh — da schaut man.“ Ein schallendes Gejohle explodiert im Lokal, daß die Gläser klirren; die Strolche halten sich den Bauch vor Lachen. Eine Flasche fliegt an die Wand und zerschellt. Der vierschrötige Wirt meckert uns erläuternd und ehrfurchtsvoll zu: „Seine Durchlaucht Exzellenz Fürst Ferri Athenstädt.“

Der Fürst hat dem Beamten eine Visitenkarte hingehalten. Der Ärmste nimmt sie, salutiert wiederholt und schlägt die Hacken zusammen.

Es wird von neuem still, die Menge lauscht atemlos, was weiter geschehen wird.

Der Kavalier spricht wieder:

„Die Damen und Herren, die Sie hier versammelt sehen, — äh — sind meine lieben Gäste.“ Seine Durchlaucht deutet mit einer nachlässigen Armbewegung auf das Gesindel, „wünschen Sie, Herr Kommissär, — äh — vielleicht vorgestellt zu werden?“

Der Kommissär verneint mit erzwungenem Lächeln, stottert verlegen etwas von „leidiger Pflichterfüllung“ und rafft sich schließlich zu den Worten auf: „Ich sehe ja, daß es hier anständig zugeht.“

Das bringt Leben in den Dragonerrittmeister: er eilt in den Hintergrund auf den Damenhut mit der Straußenfeder zu und zerrt im nächsten Augenblick unter dem Jubel der jungen Adligen — Rosina am Arm herunter in den Saal.

Sie schwankt vor Trunkenheit und hält die Augen geschlossen. Der große, kostbare Hut sitzt ihr schief, und sie hat nichts an als lange rosa Strümpfe und — einen Herrenfrack auf dem bloßen Körper.

Ein Zeichen: Die Musik fällt ein wie rasend — — — „Rititit — Rititit“ — — — — — und schwemmt den gurgelnden Schrei fort, den der taubstumme Jaromir, als er Rosina gesehen, an der Wand drüben ausgestoßen hat. — — —

Wir wollen gehen.