Es rauschen ihre schwarzen seidenen Kleider.
Der Greis deutet zu Boden: „Hier tritt es fast zutage. Einen Fuß tief unter den Fliesen, — lauteres Gold, ein breiter, leuchtender Streifen. Die Adern ziehen sich über den alten Platz bis weit unter die Häuser. — Wunderbar, daß die Menschen nicht längst schon darauf gestoßen sind, als sie das Pflaster gelegt haben. — Ich allein weiß es seit vielen Jahren und habe es niemandem gesagt. — Bis heute. — Keiner hatte ein reines Herz —“
Ein Geräusch! —
In dem gläsernen Reliquienschrein ist das silberne Herz herabgefallen, das in der Knochenhand des heiligen Thomas lag. Der Alte hörte es nicht. Er ist entrückt. Seine Augen schauen ekstatisch ins Weite mit starrem, geradem Blick: „Die jetzt kommen, sollen nicht mehr betteln gehen. Es soll ein Tempel sein aus schimmerndem Gold. — Der Fährmann holt über — zum letztenmal.“
Der Fremde lauscht den prophetischen Worten, die flüsternd in seine Seele dringen, wie feiner, erstickender Staub aus dem heiligen Moder versunkener Jahrtausende.
Hier unter seinen Füßen! Ein blinkendes Zepter gefesselter, schlafender Macht! Es steigt ihm brennend in die Augen: Muß denn auf dem Golde der Fluch sein, läßt er sich nicht bannen durch Menschenliebe und Mitleid? — Wieviel Tausende verhungern! —
Vom Glockenturm tönt die siebente Stunde. Die Luft vibriert.
Die Gedanken des Einsamen fliegen mit dem Schall hinaus in eine Welt voll üppiger Kunst, voll Pracht und Herrlichkeit.
Ihn schaudert. Er sieht den Alten an. — Wie verändert sind die Räume. — Es hallt der Schritt. Die Ecken der Betstühle sind abgestoßen, abgeschürft der Fuß der steinernen Pfeiler. Die weißgestrichenen Statuen der Päpste bedeckt mit Staub.
„Haben Sie das ... das Metall mit körperlichen Augen gesehen — in den Händen gehalten?“