Auch das Übersiedeln muß ich noch hinausschieben, es würde den Leuten auffallen, und man kann nicht vorsichtig genug sein. —
Morgen will ich wieder das Wort „Mörder“ ein paar Stunden lang üben — es fängt an, unangenehm auf mich zu wirken —, um mich wieder an den Klang zu gewöhnen. — — —
Eine merkwürdige Entdeckung habe ich heute gemacht: ich habe mich im Spiegel beobachtet und gesehen, daß ich beim Gehen mehr mit dem Ballen auftrete als früher und daher ein leichtes Schwanken spüre. — Die Redensart vom „festen Auftreten“ scheint einen tiefen, inneren Sinn zu haben, wie überhaupt in den Worten ein psychologisches Geheimnis zu stecken scheint. — Ich werde darauf achten, daß ich wieder mehr auf den Fersen gehe. —
Gott, wenn ich nur nicht immer über Nacht die Hälfte von dem vergäße, was ich mir tagsüber vornehme. — Rein, als ob der Schlaf alles verwischte.
1. November
Letztesmal habe ich doch absichtlich nichts über das zweite Phantom niedergeschrieben, und doch verschwindet es nicht. — Gräßlich, gräßlich. — Gibt es denn keinen Widerstand? —
Ich habe doch einmal ganz klar unterschieden, daß es zwei Wege gibt, um mich aus der Sphäre solcher Bilder zu rücken. — Ich habe doch den zweiten eingeschlagen und bin dabei immerwährend auf dem ersten! —
War ich denn damals sinnesverwirrt? —
Sind die beiden Gestalten Spaltungen meines Ichs oder haben sie ihr eigenes unabhängiges Leben?
— — — Nein, nein! — Dann würde ich sie ja füttern mit meinem eigenen Leben! — — — — — Also sind es doch wirkliche Wesen! — Grauenhaft! — Aber nein, ich betrachte sie doch nur als selbständige Wesen, und was man als Wirklichkeit betrachtet, das ist — das ist — — — Herrgott, barmherziger, ich schreibe ja nicht, wie man sonst schreibt. — Ich schreibe ja, als ob mir jemand diktierte. — — — — Das muß von der Geheimschrift kommen, die ich immer erst übersetzen muß, ehe ich sie fließend lesen kann. —