Wie mir das Haar zu Berge stand! — Ich denke mir, daß das davon kommt, daß sich einem die Kopfhaut zusammenzieht. — —
Und das Phantom? Die erste Empfindung war ein Nachwehen aus den früheren Träumen, — ganz einfach; und das Sichtbarwerden entstand ruckweise durch den plötzlichen Schrecken. — Schrecken, — Furcht, Haß, Liebe sind lauter Kräfte, die das Ich zerteilen und daher die eigenen, sonst ganz unbewußten Gedanken sichtbar machen können, daß sie sich im Wahrnehmungsvermögen wie in einem Reflektor spiegeln. —
Ich darf jetzt längere Zeit gar nicht unter Leute gehen und muß mich scharf beobachten, denn das geht so nicht mehr weiter. —
Unangenehm ist, daß all das gerade auf den Dreizehnten des Monats fallen muß. — Ich hätte wirklich gegen das alberne Vorurteil mit dem Dreizehnten, das eben auch in mir zu stecken scheint, von allem Anfange an energisch kämpfen sollen. — Übrigens, was liegt an diesem unwichtigen Umstand. — — —
20. Oktober
Am liebsten hätte ich meine Koffer gepackt und wäre in eine andere Stadt gefahren. —
Schon wieder hat sich die Alte an der Tür zu schaffen gemacht. —
Wieder dieses Geräusch, — diesmal rechts hinter mir. — Derselbe Vorgang wie neulich. — Jetzt sehe ich rechts meinen vergifteten Onkel, und wenn ich das Kinn auf die Brust drücke, so quasi auf meine Schultern schiele, alle beide links und rechts. —
Die Beine kann ich nicht sehen. Es scheint mir übrigens, als ob die Gestalt des Richard Erben jetzt mehr hervorgetreten, näher zu mir gekommen wäre. —
Die Alte muß mir aus dem Hause, — das wird mir immer verdächtiger, — aber ich werde noch einige Wochen ein freundliches Gesicht machen, — damit sie nicht Mißtrauen schöpft. —