Man lernt doch nie aus. — Jetzt weiß ich, warum ich so hartnäckig davon träumen mußte. — Paracelsus sagt ausdrücklich, daß man, um beständig lebhaft zu träumen, nichts anderes zu tun brauche, als ein- oder zweimal seine Träume niederzuschreiben. Das werde ich nächstens gründlich bleiben lassen.

Ob das so ein moderner Gelehrter wüßte. Aber auf den Paracelsus schimpfen, das können sie.

13. Oktober

Ich muß mir heute genau aufschreiben, was passiert ist, damit nicht in meiner Erinnerung etwa Dinge dazuwachsen, die gar nicht geschehen sind. — —

Seit einiger Zeit hatte ich das Gefühl — die Träume bin ich Gott sei Dank los —, als ob stets jemand links hinter mir ginge. —

Ich hätte mich natürlich umdrehen können, um mich von der Sinnestäuschung zu überzeugen, das wäre aber ein großer Fehler gewesen, denn schon dadurch hätte ich mir selbst gegenüber heimlich zugegeben, daß die Möglichkeit von etwas Wirklichem überhaupt vorhanden sein könne. — Das hielt so einige Tage an. — Ich blieb gespannt auf meiner Hut. —

Wie ich nun heute früh an meinen Frühstückstisch trete, habe ich wieder dieses lästige Gefühl, und plötzlich höre ich ein knirschendes Geräusch hinter mir. — Ehe ich mich fassen konnte, hatte mich der Schrecken übermannt, und ich war herumgefahren. — Einen Augenblick sah ich ganz deutlich mit wachen Augen den toten Richard Erben, grau in grau, — dann huschte das Phantom blitzschnell wieder hinter mich, — aber doch nicht mehr so weit, daß ich es nur wie vorher bloß ahnen kann. — Wenn ich mich ganz grad richte und die Augen stark nach links wende, kann ich seine Konturen sehen, so wie im Augenschimmer; — drehe ich aber den Kopf, so weicht die Gestalt im selben Maß zurück.

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Es ist mir ganz klar, daß das Geräusch nur von der alten Aufwärterin verursacht sein konnte, die keinen Augenblick still ist und sich immer an den Türen herumdrückt.

Sie darf mir von jetzt ab nurmehr in die Wohnung, wenn ich nicht zu Haus bin. Ich will überhaupt keinen Menschen mehr in die Nähe haben. —