Schöne Maske, ich kenne dich“, hatte er ihr zugeflüstert und damit große Heiterkeit bei den Nebenstehenden erregt.

„Es ist bestimmt die kleine Marquise, die intime Freundin der Fürstin“, meinte ein holländischer Ratsherr, gekleidet im Stile Rembrandts —, es könne gar nicht anders sein; jeden Winkel wisse sie im Schlosse — ihren Reden nach —, und vorhin, als mehreren Kavalieren der „frostige“ Einfall gekommen, sich von dem alten Kammerdiener Filzstiefel und Fackeln bringen zu lassen, um draußen im Parke Schneeballen zu werfen, wobei die Fledermaus ausgelassen mitgetollt habe, hätte er wetten mögen, ein ihm wohlbekanntes Hyazintharmband an ihrem Handgelenk aufblitzen gesehen zu haben.

„Ach, wie interessant,“ mischte sich ein blauer Schmetterling ins Gespräch, — „könnte da nicht Melanchthon vorsichtig ein wenig sondieren, ob Graf de Faast, wie es in letzter Zeit den Anschein hat, bei der Fürstin wirklich Hahn im Korbe ist?“

„Ich warne dich, Maske, sprich nicht so laut“, unterbrach ernst der holländische Ratsherr. „Nur gut, daß die Musik den Walzerschluß fortissimo spielte, — vor wenigen Augenblicken noch stand der Prinz hier ganz in der Nähe!“

„Ja ja, am besten kein Wort über solche Dinge,“ riet flüsternd ein ägyptischer Anubis, „die Eifersucht dieses Asiaten kennt keine Grenzen; und es liegt vielleicht mehr Zündstoff im Schlosse aufgehäuft, als wir alle ahnen. — Graf de Faast spielt schon zu lange mit dem Feuer, und wenn Darasche-Koh wüßte — —“

Eine rauhe, zottige Figur, ein geschlungenes Knäuel aus Seil darstellend, bahnte sich — in wilder Flucht vor einem hellenischen Krieger in schimmerndem Waffenschmuck — eine Gasse durch die Gruppe der Masken, die den beiden verständnislos nachsahen, wie sie auf flinken Gummisohlen über den spiegelglatten Steinboden huschten.

„Hättest du denn keine Angst, durchgehauen zu werden, Mynheer Kannitverstahn, wenn du der gordische Knoten wärest und wüßtest, daß Alexander der Große hinter dir her ist?“ spottete die umgekehrte Fledermaus und tippte mit dem Fächer auf des Holländers ernsthafte Nase.

„Ei, ei, ei, schöne Marquise Fledermaus, der scharfe Geist verrät sich stets“, scherzte ein baumlanger „Junker Hans“ mit Schweif und Pferdefuß. „Wie schade, ach wie schade, daß man dich — Füßchen oben — nur als Fledermaus so auf dem Kopfe stehen sehen darf.“

Jemand stieß ein brüllendes Gelächter aus.

Alle drehten sich um und sahen einen dicken Alten mit breiten Hosen und einem Ochsenkopf.