„Eine gewisse symbolische Bedeutung glaube ich doch herausgefunden zu haben, und dazu paßt ganz gut, was du eben sagtest“, mischte sich Melanchthon in das Gespräch. „Ist denn nicht der ‚Mann in der Flasche‘ der Ausdruck der im Menschen eingeschlossenen Seele, die ohnmächtig zusehen muß, wie die Sinne — die Marionetten — sich frech ergötzen, und wie alles der unaufhaltsamen Verwesung im Laster entgegengeht?“

Lautes Gelächter und Händeklatschen schnitt ihm die Rede ab.

Der Pierrot hatte sich auf dem Boden der Flasche zusammengekrümmt und umkrallte mit den Fingern seinen Hals. — Dann wieder riß er den Mund weit auf, deutete in wilder Verzweiflung auf seine Brust und nach oben — und faltete schließlich flehend die Hände, als wolle er etwas vom Publikum erbitten.

„Er will zu trinken haben, — na ja, so eine große Flasche und kein Sekt drin — gebt ihm doch zu trinken, ihr Marionetten“, rief ein Zuschauer.

Alles lachte und klatschte Beifall.

Da sprang der Pierrot wieder auf, riß sich die weißen Kleider von der Brust, machte eine taumelnde Bewegung und fiel der Länge nach zu Boden.

„Bravo, bravo, Pierrot — großartig gespielt. Da capo, da capo!“ jubelte die Menge.

Als jedoch der Mann sich nicht mehr rührte und keine Miene machte, die Szene zu wiederholen, legte sich langsam der Applaus, und die allgemeine Aufmerksamkeit wandte sich den Marionetten zu.

Diese standen noch immer in derselben geisterhaften Stellung, die sie zuletzt eingenommen hatten, doch lag jetzt eine Art Spannung in ihren Mienen, die früher nicht wahrzunehmen gewesen. Es schien, als ob sie auf irgendein Stichwort warteten.

Der bucklige Zwerg mit dem kalkweißen Gesicht drehte schließlich vorsichtig seine Augen nach dem Prinzen Darasche-Koh. —