Und wie affektiert, den kleinen Finger mit einem Ring zu schmücken. — Wozu — um Gotteswillen — hat man denn einen Zeigefinger! — An diesen gehört doch der Siegelring — mit den Initialen des Großvaters. —

Und gar die dumme Mode mit den schmalen Uhrketten! —

Da sieht meine schon ein bißl würdiger aus, dachte sich der Herr Baurat und sah stolz auf seinen geschmückten Bauch herab, auf dessen Mitte die anerkannt schöne und übliche Amethystberlocke baumelte.

„Können Sie mir vielleicht einen Gulden umwechseln?“ fragte das Gigerl den zweiten alten Herrn. „Ich muß nämlich dem Kofferträger noch schnell ein Trinkgeld hinauswerfen.“

Der Herr Oberinspektor fischte zögernd sein großes Portemonnaie mit dem schweigsamen Messingmaul hervor und machte ein Gesicht, wie wenn ihn jemand um tausend Gulden angepumpt hätte. —

Beim Öffnen fielen viele Münzen heraus, unter ihnen — o weh — auch der Milchzahn der kleinen Mizzi; — die des kleinen Franzl und des Max waren — Gott sei Dank — im inneren Fach. —

Es ging aber nichts verloren, denn der junge Herr hatte Glück im Suchen und gute Augen. —

Eine ältliche Dame blieb im Wagenkorridor stehen. — Der Herr Baurat grüßte verbindlich durch die offene Tür.

„Bitt’ Sie, wer ist das?“ fragte der Oberinspektor neugierig.

„Die — die kennen Sie nicht? Das ist doch die Frau Syrovatka, die, was die Witwe ist nach dem gottseligen Oberlandesgerichtsrat. — Sie wohnt jetzt nach seinem Tode wieder bei ihrer Familie — Sie wissen doch: Die Müllerischen von der obern Neustadt. — Ihren Papagei hat sie, hör’ ich, aber weggeben müssen, damit er nicht zu viel ausplaudert vor den jungen Mädchen und so. — Na, sie wird ihn ja nicht zu sehr vermissen — sie und ihre Schwestern haben doch alles. — Bitt’ Sie was, denn die, die haben’s gut — das sind — das sind ...“