Gustav Meyrink

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Verlag Ullstein / Berlin

Inhalt

Die heimtückischen Champignons [7]
Der Opal [25]
Das Wildschwein Veronika [33]
Izzi Pizzi [45]
Bal macabre [55]
Der Buddha ist meine Zuflucht [65]
Das Wachsfigurenkabinett [72]
Bologneser Tränen [89]
Der Albino [98]
Chimäre [120]
Die Geschichte vom Löwen Alois [126]
Der violette Tod [136]
Die Königin unter den Bregen [147]
Bocksäure [153]
Der Schrecken [162]
Der Fluch der Kröte [168]
Eine Suggestion [173]
Der Mann auf der Flasche [184]
Das Präparat [198]
Das ganze Sein ist flammend Leid [207]
Tut sich — macht sich — Prinzeß [215]
Das Fieber [222]
Die Pflanzen des Dr. Cinderella [231]
Tschitrakarna, das vornehme Kamel [245]

Die heimtückischen Champignons

„Das Geld liegt auf der Straße, man braucht sich nur danach bücken, um es aufzuheben“, ist ein alter Satz, den ich des öfteren von smarten Geschäftsleuten äußern hörte, ohne daß es mir jedoch bis heute gelungen wäre, seine Stichhaltigkeit einwandfrei zu erproben. Um so mehr bin ich deshalb geneigt, die pessimistische Weltanschauung jener zu teilen, die auf den — allerdings apokryphen — Nachsatz schwören: „Wer sich bückt, um es aufzuheben, dem fällt die Brieftasche aus der Jacke.“

Als fanatischen Verfechter dieses hämischen Glaubensbekenntnisses lernte ich vor Jahren in Prag einen Agenten namens Dowidl Taubeles kennen; wenn ich nicht irre, war er nebenbei mosaischer Konfession, wenigstens konnte er mir — insbesondere solange ich mit ihm noch keine Geschäfte gemacht hatte — nicht oft genug im Sprudelton felsenfester Überzeugung versichern:

„Ihnen gesagt, junger Mann, die Brieftasch’ fällt einem ’raus!“