Wahrscheinlich, um Widersprüche meinerseits im Keim zu ersticken, faßte er mich dabei jedesmal beim zweiten Rockknopf und versuchte, ihn abzudrehen, was jedoch mißlang, da ich den Knopf in weiser Voraussicht solcher Fälle vom Schneider mit Blumendraht hatte annähen lassen.

Begab es sich, daß Dowidl Taubeles Kenntnis erhielt, ich stünde im Begriff, mit andern Agenten in Verkehr zu treten, pflegte er mir seine Warnung sogar dreimal hintereinander, ohne Atem zwischen den Worten zu schöpfen, zu erteilen.

Ohne Zweifel kannte er die magische Kraft, die derartigen seelischen Einhämmerungen innewohnt.

Geraume Zeit hindurch war es mir gelungen, den Wackeren nicht mehr zu Gesicht zu bekommen, da ereignete es sich, daß er mich in einer einsamen schmalen Gasse, aus der ein Entrinnen unmöglich war, stellte.

Besorgt griff er nach meinem Knopf: Gott sei Dank, ich hatte zum Glück den Blumendrahtrock an.

Aber das Schicksal wollte es anders; diesmal überlistete mich Taubeles.

Ohne den Knopf Nummer zwei auch nur eines Blickes zu würdigen, faßte er den dritten, hatte ihn im Nu abgedreht, hielt mir ihn triumphierend vors Gesicht und sprudelte:

„Ihnen gesagt, junger Mann, Sie wissen doch ...“

„Ja, ja, ich weiß“, stammelte ich niedergeschlagen.

„Nein, Sie wissen nicht!“ fuhr er auf mich los; „nix wissen Sie! — — Das Geld liegt auf der Straße, mer braucht sich nur dernach zu bücken und — und mer hat ihn schon!“ Ich bezog seine letzten Worte auf das Geld; erst viel, viel später wurde mir klar, er könne vielleicht den Knopf oder gar mich selbst damit gemeint haben.