Schnell biß es vier Stücke davon ab, zog sie über die Waden und setzte den Lampenschirm aufs Haupt, den grasgrünen, den die Wirtin neulich auf den Misthaufen geworfen hatte.

So, und jetzt noch eine Träne: „Lebt wohl, ihr Berge, ihr geliebten Triften, — — — ihr Wiesen, die ich wässerte — —,“ und im Trab zum Herrn Uhrmacher ging’s, die zwölf Knöpfe versilbern lassen. Der machte das recht gern, wenn auch nicht billig, und sagte dabei ein- ums anderemal: „A Pferdsketten mit a paar Pfund Eberzähnt, dös fehlet halt no, und auf ’m Huat den Pinsel fein nöt vergessen!“

Denn er durchschaute des Schweines Pläne.

Dann zottelte Veronika von dannen, nach Norden der Hauptstadt zu.

Die Vöglein pfiffen, es glitzerten die Gräser, und hie und da stank ein Bauernlackel vorüber.

Unendlich rollte sich die Landstraße auf. Dichte Wolken wirbelte Veronika aus dem weißen verdursteten Boden, daß die engbrüstigen Pappeln mit ihren staubigen Blättern so husten mußten. Schon war die Sonne rot wie ein Krebs, und immer noch, in weiter, weiter Ferne, lag der Dunst der Stadt.

Doch emsig trottete Veronika dahin; ihre versilberten Knöpfe klirrten.

Eine vornehme Equipage rollte vorbei; es saß ein feiner Herr darin mit seiner Dame, und als er das Schwein erblickte in Landestracht, da ging ihm das Herz auf. „Grüß’ Gott“, rief er leutselig, dann schloß er die Augen und gellte mit viereckigem Mund jjjjiiijach-hu-hu, so laut er konnte, daß die Pferde erschraken und einen kleinen Hopser machten.

Und zu seiner Dame gebeugt, sprach er bewegt von den Fährnissen der Berge, von dem tosenden Wildbach und — piff — paff — der flüchtigen Gemse. „Und riechst du es auch, Cläre? Das ist Scholle. Ackerduft! Und nicht mal gedankt hat das Deandl auf meinen Gruß! Ja, so sind sie alle, diese stolzen unverdorbenen Naturkinder! Treu wie Gold!“ — — — — — —

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Der Wurf gelingt