„Ich heiße Albine Veratrine“, flüsterte sie stockend, als wolle sie ein Geheimnis verraten, wie ich ihre Hand faßte.
Sie rückte dicht neben mich, und ich erinnerte mich dunkel, daß sie mir einmal ein Glas Champagner über die Manschette gegossen hatte. — — Ihre Kleider strömten einen beißenden Geruch aus, man mußte fast niesen, wenn sie sich bewegte.
„Sie heißt natürlich Germer, — Fräulein Germer, wissen Sie“, sagte der Doktor Zitterbein laut.
Da lachte der Akrobat kurz auf und sah sie an und zuckte mit den Achseln, als ob er etwas Entschuldigendes sagen wolle.
Ich ekelte mich vor ihm, er hatte handbreite Hautentartungen am Halse — wie ein Truthahn, aber krausenartig — ringsherum und von blasser Farbe.
Und sein mattfleischfarbenes Trikot schlotterte an ihm von oben bis unten, weil er engbrüstig und mager war. Auf dem Kopfe trug er einen flachen, grünlichen Deckel mit weißen Tupfen und Knöpfen. Er war aufgestanden und tanzte mit einer, die hatte eine Kette gesprenkelter Beeren um den Hals.
Sind neue Frauenzimmer hereingekommen? fragte ich Lord Hopeleß mit den Augen.
„Es ist die Ignatia — meine Schwester“, sagte Albine Veratrine, und wie sie das Wort „Schwester“ sagte, blinzelte sie mich aus den Augenwinkeln an und lachte hysterisch.
Dann streckte sie mir plötzlich die Zunge heraus, und ich sah, daß sie einen trockenen, langen, roten Streifen mitten darauf hatte, und entsetzte mich.
Es ist wie eine Vergiftungserscheinung, dachte ich mir, warum hat sie einen roten Streifen? — — Es ist wie eine Vergiftungserscheinung.