Hat keinen Gram und keine Furcht.“
Da trat seine Seele in die Dämmerung.
Alles Wünschen und alles Hoffen war von ihm abgefallen, aller Gram, alle Gier, alles Leid, alle Freude.
Morgens, wenn er erwachte, sandte er seine Liebe und sein Mitleid nach Osten, nach Westen, nach Süden, nach Norden, nach oben, nach unten, und wenn er seine Arbeit begann, murmelte er: „Der Buddha ist meine Zuflucht“, und wenn er sich schlafen legte, murmelte er: „Der Buddha ist meine Zuflucht.“
Wenn er sein karges Mahl einnahm, wenn er trank, wenn er aufstand oder sich niedersetzte, wenn er fortging oder wiederkam, murmelte er: „Der Buddha ist meine Zuflucht.“
Verschlossen wurden da die Tore seiner Sinne, daß Wünschen und Hassen, — Gier, Leid und Freude keinen Einlaß mehr fanden.
An Feiertagen, wenn die Glocken läuteten, — zuweilen —, holte er eine Glasplatte hervor und befestigte sie an seinem Tisch, schüttete feine Sandkörner darauf, und wenn er mit dem Bogen seines Cello an dem Rande des Glases niederstrich, daß es sang, schwingend und klingend, tanzte der Sand und bildete kleine, feine, regelmäßige Sterne. — Klangfiguren.
Und wie die Sterne und Formen entstanden, wuchsen und vergingen und wieder entstanden, gedachte er dumpf der Lehre des Buddha Gautama vom Leiden, von der Leidensentstehung, von der Leidensvernichtung, von dem zur Leidensvernichtung führenden Pfad. —
„Der Buddha ist meine Zuflucht.“
In das Land zu ziehen, wo die Heiligen leben, die um nichts mehr zu beten haben —, wo einst der Erhabene, Vollendete geweilt — der Aszet Gotamo — und den Weg zur Freiheit gewiesen, — war seine glühende Sehnsucht.