Stumm standen andere vor einem Glassarg, in dem ein sterbender Turko lag, schweratmend, die entblößte Brust von einer Kanonenkugel durchschossen, — die Wundränder brandig und bläulich.

Wenn die Wachsfigur die bleifarbenen Augenlider aufschlug, drang das Knistern der Uhrfeder leise durch den Kasten, und manche legten das Ohr an die Glaswände, um es besser hören zu können.

Der Motor am Eingang schlapfte sein Tempo und trieb ein orgelähnliches Instrument.

Eine stolpernde, atemlose Musik spielte, — mit Klängen, die, laut und dumpf zugleich, etwas Sonderbares, Aufgeweichtes hatten, als tönten sie unter Wasser.

Geruch von Wachs und schwelenden Öllampen lag im Zelt.

„Nr. 311 Obeah Wanga-Zauberschädel der Voudous“, las Sinclair erklärend aus seinem Zettel und betrachtete mit Sebaldus in einer Ecke drei abgeschnittene Menschenköpfe, die unendlich wahrheitsgetreu — Mund und Augen weit aufgerissen — mit gräßlichem Ausdruck aus einem Wandkästchen starrten.

„Weißt du, daß sie gar nicht aus Wachs, sondern echt sind?“ sagte Obereit erstaunt und zog eine Lupe hervor, — „ich begreife nur nicht, wie sie präpariert sein mögen. — Merkwürdig, die ganze Schnittfläche der Hälse ist mit Haut bedeckt oder überwachsen. — Und ich kann keine Naht entdecken! — Es sieht förmlich so aus, als wären sie wie Kürbisse frei gewachsen und hätten niemals auf menschlichen Schultern gesessen. — — Wenn man nur die Glasdeckel ein wenig aufheben könnte!“

„Alles Wachs ja, lebendig Wachs ja, Leichenkopf zu teuer und riechen — — phi —“, sagte plötzlich hinter ihnen der Ägypter. Er hatte sich in ihre Mähe geschlichen, ohne daß sie ihn bemerkt hatten; und sein Gesicht zuckte, als unterdrücke er ein tolles Lachen.

Die beiden sahen sich erschreckt an.

„Wenn der Nigger nur nichts gehört hat; vor einer Sekunde noch sprachen wir von Daraschekoh“, sagte Sinclair nach einer Weile. —