Das Wesen war von der Größe eines Erwachsenen, hatte aber die Züge eines Kindes. Gesicht, Arme, Beine, — der ganze Körper — selbst die Finger waren in unerklärlicher Weise aufgedunsen.
Aufgeblasen, wie dünner Kautschuk, schien das ganze Geschöpf.
Die Haut der Lippen und Hände farblos, fast durchscheinend, als wären sie mit Luft oder Wasser gefüllt, und die Augen erloschen und ohne Zeichen von Verständnis.
Ratlos starrte es umher.
„Vayu, där gressere Brudär“, sagte erklärend die Frauenstimme in einem fremdartigen Dialekt; und hinter dem Vorhang, eine Geige in der Hand, trat ein Weibsbild hervor im Kostüm einer Tierbändigerin mit pelzverbrämten, roten, polnischen Stiefeln.
„Vayu“, sagte die Person nochmals und deutete mit dem Geigenbogen auf das Kind. Dann klappte sie ein Heft auf und las laut vor:
„Diese beiden männlichen Kindär ssind nunmehr 8 Jahre alt und das greßte Weltwunder. Sie ssind nur durch eine Nabelschnur verbunden, die 3 Ellen lang und ganz durchsichtig ist, und wenn man den einen abschneidet, mißte auch der andere sterben. Es ist das Erstaunen aller Gelehrten. Vayu, er ist weit über sein Alter. Entwickelt. Aber geistig zurückgeblieben, während Dhanándschaya von durchdringende Verstandesschärfe ist, aber so klein. Wie ein Säugling. Denn er ist ohne Haut geboren und kann nichts wachsen. Er muß aufgehoben werden in einer Tierblase mit warmem Schwammwasser. Ihre Eltern sind immer unbekannt gewesen. Es ist das greßte Naturspiel.“
Sie gab Vayu ein Zeichen, worauf dieser zögernd das Bündel in seinem Arm öffnete.
Ein faustgroßer Kopf mit stechenden Augen kam zum Vorschein.
Ein Gesicht, von einem bläulichen Adernnetz überzogen, ein Säuglingsgesicht, doch greisenhaft in den Mienen und mit einem Ausdruck, so tückisch, haßverzerrt und boshaft und voll so unbeschreiblicher Lasterhaftigkeit, daß die Zuschauer unwillkürlich zurückfuhren.