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Dr. Kreuzer stützte sich auf Sinclairs Arm und atmete heftig die frische Luft ein.
Aus dem Zelte hörte man das Klatschen der Zuschauer.
„Es ist Charnoques Gesicht!! — Diese grauenhafte Ähnlichkeit,“ stöhnte Melchior Kreuzer, — „wie ist es nur — — ich kann es nicht fassen. Mir drehte sich alles vor den Augen, ich fühlte, ich müsse ohnmächtig werden. — Sebaldus, bitte — holen Sie mir einen Wagen. — Ich will zur Behörde. — Es muß irgend etwas geschehen, und fahren Sie beide sogleich nach Paris! — Mohammed Daraschekoh — — Ihr müßt ihn auf dem Fuße verhaften lassen.“
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Wiederum saßen die beiden Freunde beisammen und sahen durch die Fenster der einsamen Weinstube Melchior Kreuzer eiligen Schrittes die Straße heraufkommen.
„Es ist genau wie damals,“ sagte Sinclair, — — „wie das Schicksal manchmal mit seinen Bildern geizt!“
Man hörte das Schloß zufallen, Dr. Kreuzer trat ins Zimmer, und sie schüttelten einander die Hände.
„Sie sind uns eigentlich einen langen Bericht schuldig,“ sagte endlich Sebaldus Obereit, nachdem Sinclair ausführlich geschildert, wie sie zwei volle Monate in Paris vergeblich nach dem Perser gefahndet hatten, — „Sie sandten uns immer nur so wenige Zeilen!“
„Mir ist das Schreiben bald vergangen, — beinahe auch das Reden“, entschuldigte sich Melchior Kreuzer.