Ich ließ mir keine Zeit zum Überlegen, ob es sich hier vielleicht um einen ähnlichen Fall handeln könne wie im Altertum bei Proserpina, die bekanntlich die Erde verschlang, sondern eilte auf die Unglücksstelle zu.

Kein Zweifel: Msi war in ein kreisrundes Loch, in eine Art Luftschacht, hinabgestürzt.

Von Entsetzen gepackt, suchten die drei restlichen Geliebten mit Hechtsprüngen das Weite.

„Wenzel!“ brüllte ich hinunter dem unentwegt schmetternden Feldwebel zu, — „Wenzel!“ (denn anders konnte der Mann doch nicht gut heißen) — „Wenzel! — Ein Unglück! Herbei!“

Mit Hilfe des Trefflichen, der mir am Fuße des Luftschachtes eine Tür aufschloß, gelang es bald, Msi’n nicht nur wohlbehalten zu bergen, denn sie war lediglich auf einen Reisighaufen gefallen, sondern auch ihre Eifersucht durch den Hinweis zu beschwichtigen, die drei andern Mädchen seien zum Teil Luftspiegelungen, zum Teil Bräute des Feldwebels gewesen.

Der bleibende Gewinn, den ich aus jenem Abenteuer zog, war die Entdeckung einer für Champignonzucht geradezu einzigartigen Brutstätte. — Vier Schanzengänge tief unter der Erde! Trocken! Dunkel! Und überdies mit Luftschächten zum Hinabwerfen des Mistes versehen!!

„In dem, was die linksene is, ise sich, här ich, eine Marktweib drin mit Gemüs’“, erklärte mir Wenzel, nachdem ich ihn eine Weile lang mit Zehn-Kreuzer-Stücken behagelt hatte, die drei anderen könne ich mir bestimmt beim k. k. Korpskommando mietweise sichern, wenn ich gegen entsprechenden Preis eine Pacht von dreißig Jahren nachsuchen würde. — Hurra, die Grotte war also gefunden! — — —

Ein Gesuch in diesem Sinne gab ich natürlich noch am selben Abend zur Post.

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„Roßmist sucht jenner!“ fing bereits wieder wenige Tage später ein neues Gerücht, mit meinem Namen in enge Verbindung gebracht, an, das alte, bis dato in Handelskreisen umlaufende zu verdrängen.