Die paar Konservativen, die an dem „Ä Grotte sucht jenner“ festhalten wollten, waren in Bälde von der lawinenhaft anschwellenden Zahl derer, die dem ein energisches: „Roßmist!-Ihnen-gesagt!-Was-heißt-Grotte?!“ entgegensetzten, niedergestimmt.
Das Bild meiner mich stets belauernden bürgerlichen Umgebung fing an allmählich den Charakter zu wechseln.
Der roßkammartige Typus im Gesichtsschnitt wurde von Tag zu Tag ausgeprägter.
Unter den Nebentischen im Caféhaus klirrten „Sporen“ an den Gummizugstiefeletten von Füßen, die ich früher sicherlich als ausschließlichen Börsengalopinbesitz angesprochen hätte — Fiakerhalter mit Pepitahosen baten mich zutraulich auf der Straße um Feuer, Trainleutnants fixierten mich drohend — Reitpeitschen hingen statt Regenschirmen reihenweise in den Garderoben der von mir bevorzugten Restaurants.
Beunruhigend wirkte auf mich jedoch nur das eine, daß, wohin ich auch meine Schritte lenkte, mich wie mein eigener Schatten ein gewisser Löwy verfolgte, ein plattfüßiges, hämisches Individuum mit geschäftseilig zuckenden Hosenbeinrändern, von dem die einen behaupteten, er sei Akquisiteur für eine Privatirrenanstalt, während die andern seiner Glaubensgenossen den Verdacht zu mildern suchten, indem sie versicherten, er sei selber — „meschugge“.
Keineswegs günstig für ihn stimmte mich die Art, wie er mich durch seine brennglasdicke Brille, hinter der seine Augen etwas unheimlich glotzend Haifischartiges bekamen, anzugrinsen liebte. Auch daß er trotz meines unwilligen Stirnrunzelns in immer gleichen Intervallen krampfhaft im Kehlkopfton gurgelte: „Roßmist sucht jenner“, buchte ich zu seinen Lasten.
Es ging mir nachgerade auf die Nerven.
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Um mir möglichst viel Betriebsstoff und so rasch wie möglich zu sichern, hatte ich Taubingern beauftragt, weder Mühe noch Kosten zu scheuen, sämtlichen in der Stadt verfügbaren Pferdedüngers habhaft zu werden.
Ein Börsenleben, wie es Prag noch nie gesehen, war die Folge jener Verfügung.