„Die Hand des Schicksals wird seine Züge verbergen im Reiche der Form bis zum Jüngsten Tag,“ ergänzte langsam der Greis, bei jedem Worte mit dem kahlen Kopfe nickend, als wolle er den Silben besondere Kraft verleihen — „und wird sein Gesicht austilgen aus der Welt der Umrisse. Unsichtbar wird sein Antlitz werden: unsichtbar für alle Zeit! Verschlossen gleich dem Kern in der Nuß — — —, gleich dem Kern in der Nuß.“
— Gleich dem Kern in der Nuß! — die Brüder in der Runde sahen sich erstaunt an.
Gleich dem Kern in der Nuß! — seltsames, unverständliches Gleichnis!
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Da ging die Tür auf, und Ariost trat ein.
Hinter ihm der junge Corvinus.
Der zwinkerte den Freunden fröhlich zu, als wolle er sagen, alles sei wieder in Ordnung mit dem Alten.
„Frische Luft! Lassen wir frische Luft ein“, sagte jemand und ging zu den Fenstern und öffnete eins.
Viele standen auf und schoben ihre Sessel zurück, hinauszusehen in die Vollmondnacht, wie die Mondesstrahlen opalgrün auf dem buckligen Pflaster des Altstätter Rings glänzten.
Fortunat wies auf den blauschwarzen Schlagschatten, der von der Teinkirche über das Haus hinweg auf den alten, menschenleeren Platz fiel und ihn in zwei Hälften zerschnitt: „Die riesige Schattenfaust da unten mit den zwei vorgestreckten Spitzen — die mit Zeige- und Merkurfinger nach Westen deutet, ist sie nicht wie das uralte Abwehrzeichen gegen den bösen Blick?“