Als Antwort nahm der Tibeter einen Grashalm und machte einen Knoten hinein: ‘Hat das Gras jetzt einen Knoten?’

‘Ja.’

Er löste den Knoten wieder auf: ‘Und jetzt?’

‘Jetzt hat es keinen mehr.’

‘Genau so hat der Mensch eine Seele und hat keine’, sagte er einfach.

Ich versuchte es auf andere Weise, mir ein Bild über seine Ansicht zu machen: ‘Gut, nimm an, du wärest auf dem schrecklichen, kaum handbreiten Gebirgspaß, den wir neulich überschritten, in die Tiefe gestürzt, – hätte deine Seele weitergelebt oder nicht?’

‘Ich wäre nicht abgestürzt!’

Ich wollte ihm anders beikommen, deutete auf meinen Revolver: ‘Wenn ich dich jetzt totschieße, lebst du dann weiter oder nicht?’

‘Du kannst mich nicht erschießen.’

‘Doch!’