»Und das ernährt Sie?«
»Nur insofern, als durch das damit verbundene Ablecken der Briefmarken meinem Organismus eine gewisse Menge von Kohlehydraten zugeführt wird.«
»Ja, warum verwerten Sie denn nicht lieber Ihre Sprachkenntnisse? Zum Beispiel als Dolmetscher in einem Gefangenenlager?«
»Weil ich nur Altkoreanisch, dann die spanischen Mundarten, ferner Urdu, drei Eskimosprachen und ein paar Dutzend Suahelinegerdialekte gelernt habe und wir mit diesen Völkerschaften vorläufig leider noch nicht verfeindet sind.«
»Sie hätten eben statt dessen Französisch, Russisch, Englisch und Serbisch lernen sollen«, brummte der Impresario.
»Dann wäre natürlich mit den Eskimos und nicht mit den Franzosen der Krieg ausgebrochen«, wendete der Gelehrte ein.
»So? Hm.«
»Ja, ja, lieber Herr, da gibt’s nichts zu hmen; es ist leider so.«
»Ich an Ihrer Stelle, Herr Doktor, hätte es mit Abhandlungen über den Krieg bei irgendeiner Zeitung versucht. So ganz vom Schreibtisch aus. Erfundenes Zeug selbstredend, nichts sonst.«
»Hab ich doch,« klagte der Greis, »Frontberichte, knapp sachlich, erschütternd einfach gehalten in der Schilderung, aber – –«