Führerlose Lokomotiven, mit Felsblöcken beladen, rasen einher in wahnwitziger Wut, stürzen sich auf sie und begraben Hunderte und aber Hunderte unter der Last ihrer eisernen Leiber.
Der Stickstoff der Luft ballt sich zu neuen furchtbaren Sprengmitteln: die Natur selbst drängt sich in atemloser Hast, freiwillig ihre besten Schätze zu geben, um das weiße Scheusal, das seit Jahrmilliarden Narben in ihr Gesicht gegraben, auszurotten mit Haut und Haar.
Metallene Ranken mit spitzigen, gräßlichen Dornen wachsen aus dem Boden, fangen die Beine und zerreißen die Leiber, und mit stummem Jubel zwinkern die Telegraphen einander zu: Wieder sind Hunderttausend der verhaßten Brut dahin.
Hinter Bäumen und Hügeln verborgen lauern die Mörserriesen, die Hälse gen Himmel gereckt, Erzklumpen zwischen den Zähnen, bis ihnen verräterische Windmühlen mit den Armen tückische Zeichen winken, Tod und Vernichtung zu speien.
Elektrische Vipern zucken unter dem Boden hin – da!: ein winziger grünlicher Funken und aufbrüllt ein Erdbeben und verwandelt die Landschaft in ein Massengrab!
Mit glühenden Raubtieraugen spähen die Scheinwerfer durch die Finsternis! Mehr! Mehr! Mehr! Wo sind noch mehr! Und schon kommt’s wankend gezogen in grauen Sterbemänteln – unabsehbare Scharen, – die Füße blutig, die Augen erloschen, taumelnd vor Müdigkeit, halb im Schlaf, mit keuchenden Lungen und brechenden Knien, – doch schnell kläffen die Trommeln dazwischen mit rhythmisch-fanatischem Fakirgebell und peitschen die Furien der Berserkerwut hinein ins betäubte Gehirn, daß der Wahnwitz des Amoklaufs heulend losbricht unaufhaltsam, bis der Schauer des Bleiregens nur mehr auf Leichen trifft.
Aus Westen und Osten, aus Amerika und Asien strömen sie herbei zum Kriegstanz, die erzenen Ungeheuer, voll Mordlust die runden Mäuler.
Haie aus Stahl umschleichen die Küsten, in ihrem Bauch erstickend, die ihnen einst das Leben gegeben.
Aber selbst die daheim geblieben sind, die scheinbar »Lauen«, die so lange weder kalt waren noch warm, – die früher nur friedliches Werkzeug gebaren, – sind aufgewacht und tragen ihr Teil bei zum großen Sterben: ruhelos fauchen sie ihren glühenden Atem zum Himmel empor Tag und Nacht, und aus ihren Leibern quillt es, Schwertklingen und Pulverhülsen, Lanzen, Geschosse. Keines mag da mehr hocken und schlafen.
Immer neue Riesengeier wollen flügge werden, um über den letzten Schlupfwinkeln der Menschen zu kreisen, und schon laufen unermüdlich Tausende Eisenspinnen hin und her, ihnen die silberglänzenden Schwingen zu weben.«