Michael Kästner Mewrer m 1623.«

Michael Kästner war offenbar ein Mann mit selbstsicherem Wesen, der sich nicht das Reden und den Spott übler Zeitgenossen viel anfechten ließ.

Hier über diesen Platz am Stadttheater, den Buttermarkt, raunt noch ein anderer Spruch, freilich nicht in Stein gehauen, aber im Volksmund lebendig: »Himmel, Hölle, Teufelskapelle.« Es liegt dort nämlich dem Theater gegenüber die Nikolaikirche, und zwischen beiden am Platz die alte Gastwirtschaft »Zur Hölle!« »Es hatten drei Gesellen ein fein Kollegium.« Ein Reim oder Verslein ist auch heute noch in Freiberg sehr bald gefunden und lebendig wie in früheren Jahrhunderten.

Die ehrwürdige Freiberger Schützengilde, welche die tüchtigen Bürger zu kriegerischem, unabhängigem Geiste erzog, der sich nachmals in der Schwedenbelagerung unter Torstensson so glänzend bewährte, hatte sehr reimfrohe Mitglieder, denn ihre sogenannte Königstafel ist eine ganze Sammlung von volkstümlicher Spruchweisheit. Sie ist ein flaches bemaltes Schränkchen für Kleinodien und Urkunden der Schützengilde und enthält die Namen sämtlicher Schützenkönige vom Anfange des 16. Jahrhunderts an nebst vielen Sprüchen und Reimen. Ein Spruch aus dem Jahre 1626, d. h. also als der Dreißigjährige Krieg schon acht Jahre tobte und Wallenstein, Tilly und Mansfeld mit ihren Heerscharen durch die deutschen Lande zogen und Verwüstung und Verderben mit sich trugen, hat folgenden Wortlaut:

»Wer ein Sohn hat, der gerne spihlt,

Eine Tochter die ihm heimlich stihlt,

Ein Knecht so schwatzet aus dem Haus’,

Ein Katz so nimmer fengt ein Mauß,

Ein Henn, die ihm kein Eyer legt,

Ein Schwein das nimmer Junge tregt,