Der Reiche Gott Aus milder Gab
Mir Bscheret hat durch Ausbeuth guth
Der halts auch stets in seiner Huth.
M. C. N. C. 1623.«
1623, als der große Krieg schon fünf Jahre im Lande war, blühte also der Bergbau noch ruhig fort, brachte Geld und Gut, »Fähr und Haab« und ließ dieses stattliche Haus erstehen. – Vielleicht hat aber der würdige Amtsprediger Neander doch zuviel nach unwürdigem Irdischen getrachtet, denn wie überliefert wird, ist er schon 1626 seines Amtes entsetzt worden. Bei der Belagerung Freibergs durch die Schweden unter Torstensson 1643 war er aber wieder Garnisonfeldprediger und stand seinen Mann in schwerer Zeit.
Sein Baumeister, der »Mewrer« Michael Kästner ist nicht bei der Errichtung des Hauses mit der Welt so zufrieden wie Neander, denn ihm hat man beim Bau und nachher offenbar das Leben schwer gemacht, die Besserwisser und Alleskönner, die Pflastertreter und Bierbankweisen müssen ihn recht gekränkt haben, denn er läßt in den Sandstein hauen und ruft uns über 300 Jahre zu und in das bunte Marktgewühl hinein:
»Man sagt wer baun Thut an die Gassen
Muß manchem Eine Feder lassen
Wenn ich es dann also wil han
Lieber was geht es dich doch an.