Dann kann der Donner uns nicht schrecken

Und nicht des Blitzes schneller Brand:

Denn Treu wird Tag und Nacht

Dann unser Haus bewacht.

Johann Gottfriedt Kunadt.«

Dasselbe treuherzige Gottvertrauen, wie aus diesen Versen klingt auch aus einem alten Wirtshausschild, das der ehrwürdige Gasthof zum Goldenen Löwen zugleich als Sinnbild und Haussegen an seiner Schauseite zeigt:

»Diß gast Hof Stehet in Gottes Handt

Zum Gülden Löwen wird es genant.«

An einem anderen Hause Alt-Freibergs ist sogar der seltene Fall zu verzeichnen, daß sich der Bauherr und der Baumeister verewigt haben. Es ist dies das kleine freundliche Stadttheater, welches 1790 aus einem alten, stattlichen Bürgerhause, gegenüber der Nikolaikirche, und benachbarten Gebäuden zum Theater umgebaut wurde und allmählich sich zu seiner jetzigen Gestalt entwickelt hat. 1880 fand der letzte größere Umbau statt, bei dem noch schöne Schmuckteile gefunden wurden. – Dieses Bürgerhaus erbaute sich einst der ehrwürdige Magister Caspar Neander, Prediger an St. Nikolai, der dort im Anfange des 17. Jahrhunderts seines Amtes waltete. Er schmückte sein Haus mit einem reichen Renaissanceportal mit ornamentierten Tragsteinen für die profilierten Balken, mit reich gemalten Holzdecken, die er mit schönen Profilen und vergoldeten Holzknöpfen besonders verzieren ließ. – Es ist bemerkenswert, daß dieser wackere Prediger auch die Schätze dieser Welt durchaus nicht verschmähte, sondern glücklich mit Bergwerkswerten spekulierte und gute Kuxe hatte, so daß er sich davon dieses stattliche Haus bauen konnte, wie er in seiner Inschrift mit dankbarem Gemüt mitteilt:

»Dis Haus Und all mein Fähr und Haab