Ein Haussegen ähnlicher Art ist der Spruch des Hauses Erbische Straße 9:

»Die Engel des Herrn behüten, bewahren dieses Haus,

Alle, so bei Tag und Nacht hier gehen ein und aus.«

Dieser Gedanke, das Haus unter den Schutz der Engel Gottes zu stellen, findet auch in symbolischer Form seinen Ausdruck. Das schöne Portal am Obermarkt, welches mit seinen reichen Formen dem Meister des Georgentores in Dresden, Schickentanz zugeschrieben wird, eines der frühesten Werke der Renaissance in Sachsen, schmücken im innersten Türbogen drei Engelsköpfe. Nach dem mittelsten Kopf züngeln zwei delphinartige Ungeheuer. In künstlerischer Form sagt hier der Erbauer, daß die Engel Hüter vor den züngelnden Mächten des Bösen und des Unheils an »des Hauses Tür und Pfost« sein sollen.

Gottvertrauen und Lebensmut spricht auch aus einer Haustafel aus neuerer Zeit mit folgenden Worten:

»Im Jahre 1846 d. 23 Juli Nachts ¼ auf 12 Uhr

Wurde dieses Haus durch den Blitz ein Raub.

Der Jahre 1846–47 wurde es neu erbaut.

Wird Gottes heiliger Schild uns decken,

Wird auf uns ruhen Seine Hand,