So nimmstu Ausbeuth ein.«

Nicht nur bei der täglichen Arbeit und bei fröhlichem Fest sind so die Denksprüche ein gedankenreicher Schmuck des Daseins. Auch in die Kirche begleitete den alten Freiberger die aus Beruf und innerem Erleben geschöpfte Spruchweisheit.

So hängen z. B. im Dom, den die Bergmannskanzel und noch andere Darstellungen bergmännischer Art schmücken, zwei messingene Kronleuchter aus dem 16. Jahrhundert mit der Inschrift:

»Wer will Bergwerk bauen, der muß Gott vertrauen«

und

»An Gottes Segen ist Alles gelegen.«

In der Petrikirche war auch, wie der alte Chronist Möller überliefert, in einem Fenster eine Bergmannsfigur dargestellt mit dem Spruche:

»Bawst tu Viel Ertz, gib Gott die ehr

Brauchs recht, bis fromm, so beschert Gott mehr.«

In einem anderen Fenster daselbst findet sich heute noch das alte Innungswappen der Leineweberinnung, das Weberschiffchen mit Spulen von zwei schwarzen Löwen gehalten und mit der Inschrift: