›Hier‹, sagt er ›ruht der Knappen treuster Freund! –
ihr Erster einst – ihr Erster auch in Wort und That,
galt es der Berge und der Knappen Ruhm und Wohl.‹
Erhebet hoch, ihr Knappen, mir mein Grab,
und denkt des treuen Freundes liebend nach,
wenn längst das enge Haus ihn deckt.«
Das sind seine Worte!
Ein kalter Wintertag war zur Rüste gegangen, Ende Januar 1838, tief lag die Stadt und draußen das Feld verschneit, da wurde er auf den Schultern seiner treuen Knappen den letzten Weg zu seiner Lieblingsstätte, die nun seine Grabstätte werden sollte, nachts bei Fackelschein emporgetragen. Durch den tiefen unwegsamen Schnee hatte man tags zuvor erst den Weg ausgeschaufelt und gebahnt und dann durch Hin- und Herreiten von Reitern der Garnison feststampfen lassen. Nun dröhnte das feierliche Trauergeläute von allen Türmen der Stadt herüber. Die letzte Bergparade zur letzten Schicht des toten ungekrönten Königs der Bergwerke entwickelte sich in düsterer Trauerpracht. Die schwere Seide der altehrwürdigen Knappschaftsfahnen knisterte, und schwer wallte der schwarze Trauerflor hernieder. Blank und rot blitzten im Lichte der Fackeln die Barten und das Gezähe der Knappen auf, so kriegerisch als zöge die dunkle Schar auf geheimnisvolle Heerfahrt. Ihre brennenden Froschlampen trugen sie in der Hand und leuchteten so ihrem Herrn zur letzten Fahrt zum dunklen Schacht des Grabes, aus dem noch kein »Glückauf« den Bergmann wiedergrüßte. Die altertümlichen russischen Hörner dröhnten mit mächtigem Klange ihre wuchtigen ernsten Weisen und steigerten die Wirkung zu einem gewaltigen, erschütternden Erlebnis. Wie die Beisetzung eines alten germanischen Heerkönigs im gewaltigen Hünengrabe auf windumbrauster beherrschender Höhe mutet dieses nächtliche Bild an.
Diese Stimmung klingt heraus aus zeitgenössischen Berichten und Gedichten:
»Beim Fackelschein sie trugen