Therese weinte jetzt und sagte „Dieser Urheber bin ich!“
Oder der Himmel „entgegnete Julius“ der Sie zum Ebenbild der Schwester schuf, oder die Hölle vielmehr die da ganz ohne Mühe eine Saat himmlischer Freuden mit Unkraut bedecken konnte. Aber, gute Wahl, mir ist leid für die Leidende. Sie fühlt zu tief um nicht auf Kosten ihres Lebens zu empfinden. Es wird in diesem Sturm versinken.
Das ist’s was ich fürchte „klagte diese.“
Ich fürchte nichts! „sprach die Baronin“ wir sind zum Schmerz berufen; verstören nur — zerstören wird er nicht. Wir Unschuldige sind gemacht die Sünde dieser Welt, die Schuld der Schuldigen zu tragen.
Für die Wahrheit küß’ ich Ihre Hand! „rief Therese.“ Der liebende Gatte that ein Gleiches, sie schlang den Arm um beyder Nacken, die Wangen der Umfangenen berührten sich. Therese „flehte Julius“ bey dem schönen Sinn dieser Gruppe beschwör ich Sie, mich Ihrer Schwester vorzustellen; mich wenigstens nur ihr liebes, leidendes Gesicht sehn zu lassen. Der Anblick soll mich stärken für meine Zwecke und der thätigste ihrer Freunde verdient ja doch, ich fühl’ es lebhaft, diese Güte.
Da trat Hermine plötzlich, einem Geiste gleich, hinter der Hecke hervor und neigte sich laut weinend an seine Brust. Sie haben viel für mich gethan! „sprach sie mit gebrochner Stimme“ mehr als ich je vergüten kann; doch diese holde Frau wird es vergüten. Ich stehe am Grabe, Julius; es ist mein letzter Dank! Und auch den letzten Segen leg ich in Ihrem Herzen nieder. Ich bin nicht mehr wenn Sie Ihn wiedersehn.
Thränen füllten seine Augen. Hermine drückte des Freundes Hand, und einen Kuß auf seine Lippe. Theilt Euch in diesen! sprach sie mit dem Flötenton der innersten Wehmuth und sank erbleichend an Theresens Herz.
Leidende Heilige! „rief Julius erschüttert aus.“ Der lichte Geist der Hoffnung umschwebe Sie! Wenn ich zurückkehre wird sich ein Blümchen an die Rose schmiegen, und der entzückte Gatte, wie Hüon vor Amanden stehn.
Ich werde vor Gott stehn „erwiederte sie“ und Ihr gerührt an meinem Grabe. Julius verwies ihr die bangen Zweifel und machte sich reisefertig.
Lebe wohl! „sprach die tiefbewegte Auguste und floh an den Hals ihres scheidenden Gatten“ Dem Herrn befehl ich Deine Wege! Umfangend hob er sie empor. Lebe wohl! „flisterte sie“ mein Liebling, meines Lebens Licht! Meine Wonne!