Bedeuten nichts! den einen haßt, den andern verachtet sie, der dritte ward ihr verdächtig, der vierte endlich ist ein armer Teufel. Ohne Mittel, ohne Tittel, ein Herr von — von nichts sag’ ich Ihnen.
Das sind die Schlimmsten —
Ein redliches Gemüth übrigens —
Heuchelschein! Dem sollten Sie das Haus verbiethen!
Ey bewahre! Herminchen sieht ihn nicht ungern, und wer ihr zusagt, den nehme sie. Die Bräute sind wie Lämmer zu betrachten, die zur Schlachtbank geführt werden; wie arme Sünderinnen denen denn, nach hergebrachter, christlicher Sitte, jedes billige Verlangen allerdings zu gewähren ist. Um ihrer selbst willen nimmt sie ja doch keiner. Den einen kirrt der Mutterwitz, den andern ein Grübchen, den dritten nichts besseres: Sie und Ihres Gleichen — solide Leute mein’ ich — die Mitgift. Und was wird ihr denn für die und für jenes? Evens Erbtheil! die herbe Knechtschaft, Schmerz und Jammer. Wir gehen indeß ein bischen da- ein bischen dorthin und gehaben uns wohl.
Hermine hüpfte jetzt herein, an dem Freyer vorüber zum Onkel hin, welcher nach einem leisen, scherzhaften Wortwechsel das Zimmer verließ. Sie wollt’ ihm folgen als Herr Merker unter steifen Verbeugungen ihren Arm ergriff und Anstalt zu einem Handkuß machte. Das Mädchen zog den Arm zurück, er folgte ihr mit gespitztem Munde, bald tief hinab, bald in die Höhe nach und immer lauter lachte sie, und immer schneller flog die Hand bald rechts, bald links um seinen Scheitel. Der Geneckte ließ jetzt ab; doch stampfte er ein wenig mit dem Fuße. Hermine zog einen niedlichen Pantalon aus dem Ridikül, bedeckte ihn mit Küssen, nannt ihn mit süßen Nahmen, ließ das Männchen aus ihrer Hand in die seine hüpfen und sprach „Den bescheerte mir der heilige Christ.“
Herr Merker sah in dem Sprunge des Püppchens ein Merkzeichen ihrer Gunst. „Da hab ich mich besser angegriffen!“ rief er, an seine Tasche schlagend.
Wahrhaftig? O, ich glückliche. Und das konnten Sie über sich gewinnen?
Was seyn muß, muß seyn! sprach er mit Achselzucken.
Nun, so bescheeren Sie denn! Wir werden ja sehen. Die Gabe schildert den Geber, sie ist das Probemaß seines Geschmacks, und seiner Empfindungs-Weise.