Julius dachte bereits auf einen Vorschlag zur Güte, und zu dem Hauptmann sprach Auguste „Therese ist hergestellt.“ Er schwieg — Sie blüht wie diese Frühlings-Blumen „fuhr jene fort.“ Verwaist, und einsam steht sie auf der Welt, geziert mit Reitz und Seelen-Güte, der Schwester Ebenbild, die Erbin ihres Herzens und ihres Goldes. Genug „versicherte sie mit steigendem Eifer“ ich lege mein Haupt nicht sanft, mich eher nicht ins Wochenbett, bis sie die Ihre ist.
Woldemar aber vernahm kein Wort dieser Rede, denn alle Schrecken jener Nacht hatten sein verletzbares Herz beym Anblick dieses Zimmers überfallen. Er starrte das Sopha an, auf dem sie damahls, lieblich geschmückt von einem Tanz erschöpft, zu ruhen schien und ihr lächelndes Himmelsbild über diesem, mit Flohr bekränzt, umschlungen mit Zypressen-Zweigen.
Wo sind Sie? fragte die Baronin und weckte den Träumer, denn eben trat Therese mit seinem Kind auf ihrem Arm in’s Zimmer. Er fuhr empor, schritt auf sie zu und riß das holde Ebenbild der Todten mit einem Klageton ans Herz.
Therese wurde roth. Gelobt sey der Genius „rief er aus“ der mich durch diesen Zauberspiegel täuscht. Zur Hälfte nur hab ich die theuere Braut verlohren. Die schönere Hälfte lebt in diesen Zügen, sie lebt in diesem Herzen, und ach, in diesem Kinde fort.
Zerbrich Dir den Kopf nicht länger „flisterte Auguste in des Gatten Ohr“ es scheint als wolle sich das Auskunfts-Mittel ganz ohne unser Zuthun finden.
Therese hatte indeß ihr glühendes Gesicht an des Knaben Brust verborgen. Wo warst Du denn? fragte die Freundin.
An Ihrem Grabe „sprach Therese“ der Abend ist so schön und der Kirchhof mit Blüthen bedeckt.
O, führen sie mich hin! „bat Woldemar“ meine Augen werden diese Blüthen bethauen.
„Herzlich gern“ erwiederte sie und winkte Augusten, ihr zu folgen, doch diese versagte lächelnd die Gewährung, hing sich an ihres Gatten Hals und hielt auch den zurück.
Der Gottes-Acker stieß an den Garten, eine Thüre verband sie. Hoch über alle ragte das Grab seines Lieblings unter der Linde. Die Stimme der Schläferin schien aus dem Dunkel des sanft bewegten Laubes zu flistern, ihr freundlicher Geist ihm in den wallenden Halmen des Hügels zu nicken.