Ob nicht endlich doch die ganze Erde, allmählich immer engere Kreise ziehend, nach Äonen von Jahren in den Schoß der Sonne zurückkehren wird, dem sie einst entronnen, und von da ein Sonnenleben aller irdischen Geschöpfe beginnen wird, wer weiß es; und wozu not, daß wir es jetzt schon wissen?


[Neuntes Kapitel]

Die Geister der dritten Stufe werden in der irdischen Natur, von der die Menschheit selbst ein Teil ist, wohnen wie in einem gemeinschaftlichen Leibe, und alle Prozesse der Natur ihnen dasselbe sein, was uns jetzt die Prozesse unseres Leibes. Ihr Leib wird die Leiber der zweiten Lebensstufe umfangen als eine gemeinschaftliche Mutter, gleichwie die Leiber der zweiten Stufe die der ersten umfangen.

Nur das aber hat jeder Geist dritter Stufe von dem allen gemeinsamen Leibe als seinen ihm eigenen Teil, was er im irdischen Reiche fortentwickelt, fortgebildet hat. Was in der Welt durch eines Menschen Dasein anders geworden, als wäre er nicht dagewesen, ist sein ferneres Dasein auf der gemeinsamen Wurzel alles Daseins.

Zum Teil sinds feste Einrichtungen und Werke, zum Teil fortlaufende in sich kreisende und auf sich zurückschlagende Wirkungen, wie auch der jetzige Leib aus Festem und aus Veränderlichem, was an dem Festen seinen Anhalt hat, besteht.

Nun greifen aber alle Daseinskreise, welche das Leben der jenseitigen Geister tragen, durcheinander, und du fragst, wie ist es möglich, daß so unzählige sich kreuzen, ohne sich zu stören, zu irren, zu verwirren.

Frage doch erst, wie ist es möglich, daß unzählige Wellenkreise sich in demselben Teiche kreuzen, daß unzählige Schallwellen sich in derselben Luft kreuzen, daß unzählige Lichtwellen sich in demselben Äther kreuzen, daß unzählige Erinnerungswellen sich in demselben Haupte kreuzen, daß endlich die unzähligen Lebenskreise der Menschen, welche ihr Jenseits tragen, sich schon diesseits kreuzen, ohne sich zu stören, zu irren und zu verwirren. Vielmehr kommt nur dadurch ein höheres Leben und Weben der Wellen, der Erinnerungen, der diesseitig und endlich der jenseitig Lebenden zustande.

Was aber scheidet die Bewußtseinskreise, die sich kreuzen?

Nichts scheidet sie in irgendwelchen Einzelheiten, worin sie sich kreuzen; sie haben alles einzelne gemein; ein jeder hat es nur in anderen Beziehungen als der andere; das scheidet sie im ganzen und unterscheidet sie in höhern Einzelheiten. Frage wieder, was Wellenkreise, die sich kreuzen, unterscheidet oder scheidet; einzeln nichts; doch unterscheidest du sie leicht selbst äußerlich im ganzen; noch leichter werden sich Kreise, die innerlich selbst bewußt sind, auch innerlich selbst unterscheiden.