[181] Sehr bitter spottete einmal darüber ein junger französischer Student in Leipzig. Die deutschen Mädchen, sagte er, glauben, sie müßten Colliers tragen, weil jeder Hund ein Halsband trägt. In Paris trägt aber doch jeder Hund ein Collier!
[182] Ein vortrefflicher deutscher Schriftsteller, August Apel, nennt (1815) einen eingebildeten Kunstkenner einen Connaisseur und fügt hinzu: Ich liebe fremde Worte, um die affektierende Abart zu bezeichnen.
[183] Weiß der Leser, wie konstatieren entstanden ist? Durch Anhängen der Endung -ieren an das lateinische Impersonale constat. Fast unglaublich, aber Tatsache. Und dabei ist in 999 von 1000 Fällen konstatieren nichts weiter als ein ganz überflüssiger Henkel für einen Aussagesatz. Man sagt nicht: der Hund hat einen Schwanz, sondern man konstatiert, daß der Hund einen Schwanz hat.
[184] In einem längern Aufsatze, worin Moment und Faktor jedes etwa ein Dutzend mal vorkamen, machte ich mir den Spaß, sie regelmäßig miteinander zu vertauschen. Als ich die Druckkorrektur des Verfassers erhielt, sah ich, daß er nicht das Geringste davon gemerkt hatte. Was müssen das für Wörter sein, mit denen man sich solche Scherze erlauben kann! Ein rechtes Kreuz sind die gesetzgebenden Faktoren; könnte man die doch irgendwie los werden!
[185] Schon Schiller schreibt 1797 an Goethe: Sie müssen eine Epoche gehabt haben, die ich Ihre analytische Periode nennen möchte.