[Zur Formenlehre]

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Starke und schwache Deklination

[3]

Frieden oder Friede? Namen oder Name?

[5]

Des Volkes oder des Volks, dem Volk oder dem Volke?

[6]

Des Rhein oder des Rheins

[7]

Franz’ oder Franzens? Goethe’s oder Goethes?

[8]

Friedrich des Großen oder Friedrichs des Großen?

[13]

Kaiser Wilhelms

[13]

Leopolds von Ranke oder Leopold von Rankes?

[15]

Böte oder Boote?

[16]

Generäle oder Generale?

[17]

Die Stiefeln oder die Stiefel?

[18]

Worte oder Wörter? Gehälter oder Gehalte?

[20]

Das s der Mehrzahl

[23]

Fünf Pfennig oder fünf Pfennige?

[24]

Jeden Zwanges oder jedes Zwanges?

[25]

Anderen, andren oder andern?

[27]

Von hohem geschichtlichen Werte oder von hohem geschichtlichem Werte?

[29]

Sämtlicher deutscher Stämme oder sämtlicher deutschen Stämme?

[31]

Ein schönes Äußeres oder ein schönes Äußere? Großer Gelehrter oder großer Gelehrten?

[33]

Das Deutsche und das Deutsch

[35]

Lieben Freunde oder liebe Freunde?

[36]

Wir Deutsche oder wir Deutschen?

[36]

Verein Leipziger Gastwirte – an Bord Sr. Maj. Schiff

[38]

Steigerung der Adjektiva. Schwerwiegender oder schwerer wiegend?

[41]

Größtmöglichst

[43]

Gedenke unsrer oder unser?

[44]

Derer und deren

[45]

Einundderselbe

[46]

Man

[46]

Jemandem oder jemand?

[47]

Jemand anders

[47]

Ein andres und etwas andres

[48]

Zahlwörter

[49]

Starke und schwache Konjugation

[50]

Verschieden flektierte und schwankende Zeitwörter

[51]

Frägt und frug

[54]

Übergeführt und überführt

[56]

Ich bin gestanden oder ich habe gestanden?

[59]

Singen gehört oder singen hören?

[60]

Du issest oder du ißt?

[62]

Stände oder stünde? Begänne oder begönne?

[62]

Kännte oder kennte?

[63]

[Zur Wortbildungslehre]

Reformer und Protestler

[67]

Ärztin und Patin

[68]

Tintefaß oder Tintenfaß?

[69]

Speisenkarte oder Speisekarte?

[73]

Äpfelwein oder Apfelwein?

[74]

Zeichnenbuch oder Zeichenbuch?

[76]

Das Binde-s

[77]

ig, lich, isch. Adlig, fremdsprachlich, vierwöchig, zugänglich

[80]

Goethe’sch oder Goethisch? Bremener oder Bremer?

[84]

Hallenser und Weimaraner

[87]

[Zur Satzlehre]

Unterdrückung des Subjekts

[91]

Die Ausstattung war eine glänzende

[92]

Eine Menge war oder waren?

[96]

Noch ein falscher Plural im Prädikat

[98]

Das Passivum. Es wurde sich

[100]

Ist gebeten oder wird gebeten?

[101]

Mißbrauch des Imperfekts

[101]

Worden

[105]

Wurde geboren, war geboren, ist geboren

[108]

Erzählung und Inhaltsangabe

[109]

Tempusverirrung beim Infinitiv

[111]

Relativsätze. Welcher, welche, welches

[112]

Das und was

[116]

Wie, wo, worin, womit, wobei

[118]

Wechsel zwischen der und welcher

[120]

Welch letzterer und welcher letztere

[123]

Relativsätze an Attributen

[125]

Einer der schwierigsten, der oder die?

[127]

Falsch fortgesetzte Relativsätze

[128]

Relativsatz statt eines Hauptsatzes

[130]

Nachdem – zumal – trotzdem – obzwar

[131]

Mißbrauch des Bedingungssatzes

[134]

Unterdrückung des Hilfszeitworts

[135]

Indikativ und Konjunktiv

[140]

Die sogenannte consecutio temporum

[148]

Der unerkennbare Konjunktiv

[150]

Der Konjunktiv der Nichtwirklichkeit

[153]

Vergleichungssätze. Als ob, als wenn

[157]

Würde

[158]

Noch ein falsches würde

[160]

Der Infinitiv. Zu und um zu

[161]

Das Partizipium. Die stattgefundene Versammlung

[165]

Das sich ereignete Unglück

[168]

Hocherfreut oder hoch erfreut

[169]

Partizipium statt eines Neben- oder Hauptsatzes

[170]

Falsch angeschloßnes Partizipium

[171]

In Ergänzung

[172]

Das Attribut

[175]

Leipzigerstraße oder Leipziger Straße?

[176]

Fachliche Bildung oder Fachbildung?

[183]

Erstaufführung

[188]

Sedantag und Chinakrieg

[191]

Shakespearedramen, Menzelbilder und Bismarckbeleidigungen

[193]

Schulze-Naumburg und Müller-Meiningen

[199]

Die Sammlung Göschen

[200]

Die Familie Nachfolger

[204]

Ersatz Deutschland

[205]

Der grobe Unfugparagraph

[206]

Die teilweise Erneuerung

[207]

Der tiefer Denkende, der Tieferdenkende oder der tiefer denkende?

[210]

Die Apposition

[213]

Der Buchtitelfehler

[215]

Frl. Mimi Schulz, Tochter usw.

[217]

Bad-Kissingen und Kaiser Wilhelm-Straße

[218]

Der Dichter-Komponist und der Doktor-Ingenieur

[220]

In einer Zeit wie der unsrigen

[221]

Gustav Fischer, Buchbinderei

[221]

Die persönlichen Fürwörter. Der erstere und der letztere

[223]

Derselbe, dieselbe, dasselbe

[226]

Darin, daraus, daran, darauf usw.

[231]

Derjenige, diejenige, dasjenige

[235]

Jener, jene, jenes

[237]

Zur Kasuslehre. Ich versichere dir oder dich?

[238]

Er hat mir oder er hat mich auf den Fuß getreten?

[242]

Zur Steuerung des Notstandes

[243]

Voller Menschen

[244]

Zahlwörter. Erste Künstler

[245]

Die Präpositionen

[246]

Nördlich, südlich, rechts, links, unweit

[248]

Im oder in dem? zum oder zu dem?

[250]

Aus: „Die Grenzboten“

[254]

Nach dort

[256]

Bis

[257]

In 1870

[258]

Alle vier Wochen oder aller vier Wochen?

[259]

Donnerstag und Donnerstags – nachmittag und nachmittags

[260]

Drei Monate – durch drei Monate – während dreier Monate

[261]

Am (!) Donnerstag den (!) 13. Februar

[263]

Bindewörter. Und

[265]

Als, wie, denn beim Vergleich

[268]

Die Verneinungen

[270]

Besondere Fehler. Der Schwund des Artikels

[274]

Natürliches und grammatisches Geschlecht

[276]

Mißhandelte Redensarten

[278]

Vertauschung des Hauptworts und des Fürworts – ein schwieriger Fall

[283]

Die fehlerhafte Zusammenziehung

[286]

Tautologie und Pleonasmus

[290]

Die Bildervermengung

[293]

Vermengung zweier Konstruktionen

[295]

Falsche Wortstellung

[297]

Die alte gute Zeit oder die gute alte Zeit?

[299]

Höhenkurort für Nervenschwache ersten Ranges

[301]

Die sogenannte Inversion nach und

[304]

Die Stellung der persönlichen Fürwörter

[308]

In fast allen oder fast in allen?

[314]

Zwei Präpositionen nebeneinander

[317]

Zur Interpunktion

[318]

Fließender Stil

[324]

[Zum Wortschatz und zur Wortbedeutung]

Die Stoffnamen

[337]

Verwechselte Wörter

[338]

Hingebung und Hingabe. Aufregung und Aufgeregtheit

[343]

Vertauschung der Hilfszeitwörter

[346]

Der Dritte und der Andre

[347]

Verwechslung von Präpositionen

[349]

Hin und her

[352]

Ge, be, ver, ent, er

[354]

Neue Wörter

[359]

Modewörter

[365]

Der Gesichtspunkt und der Standpunkt

[393]

Das Können und das Fühlen

[396]

Bedingen

[398]

Richtigstellen und klarlegen

[402]

Fort oder weg?

[404]

Schwulst

[405]

Rücksichtnahme und Verzichtleistung

[408]

Anders, andersartig und anders geartet

[409]

Haben und besitzen

[410]

Verbalsurrogate

[416]

Vermittelst, mit Zuhilfenahme von

[418]

Seitens

[422]

Bez. beziehungsweise bezw.

[426]

Provinzialismen

[430]

Fremdwörter

[433]

Alphabetisches Wortregister

[453]

Zur Formenlehre

Starke und schwache Deklination

Bekanntlich gibt es – oder wir wollen doch lieber ehrlich sein und einfach sagen: es gibt im Deutschen eine starke und eine schwache Deklination. Unter der starken versteht man die, die einen größern Formenreichtum und eine größere Formenmannigfaltigkeit hat. Sie hat in der Einzahl im Genitiv die Endung es, im Dativ e, in der Mehrzahl im Nominativ, Genitiv und Akkusativ die Endung e (bei vielen Wörtern männlichen und sächlichen Geschlechts er), im Dativ en (ern). Die Stammvokale a, o, u und der Diphthong au werden dabei in der Mehrzahl gewöhnlich in ä, ö, ü, äu verwandelt, was man den Umlaut nennt.[1] Unter der schwachen Deklination versteht man die formenärmere. Hier haben alle Kasus der Einzahl (mit Ausnahme des Nominativs) und alle Kasus der Mehrzahl die Endung en. Die schwache Deklination hat auch keinen Umlaut. Zur starken Deklination gehören Wörter männlichen, weiblichen und sächlichen, zur schwachen nur Wörter männlichen und weiblichen Geschlechts. Die Wörter weiblichen Geschlechts verändern in beiden Deklinationen nur in der Mehrzahl ihre Form.

Zur starken Deklination gehören z. B. der Fuß, die Hand, das Haus; zur schwachen der Mensch, die Frau.[2]

Im Vergleich zu dem großen Reichtum unsrer Sprache an Hauptwörtern und der großen Mannigfaltigkeit, die innerhalb der beiden Deklinationen besteht, ist die Zahl der Fälle, wo heute Deklinationsfehler im Schwange sind, oder wo sich Unsicherheit zeigt, verhältnismäßig klein. Aber ganz fehlt es doch nicht daran.

Mehr und mehr greift die Unsitte um sich, schwach zu deklinierende Maskulina im Akkusativ ihrer Endung zu berauben: den Fürst, den Held, den Hirt. Es heißt aber: den Fürsten, den Helden usw.