Seine Zurückhaltung war so groß, daß er seine Zustimmung gab zu der zwischen seinem Vater und der Königin von Etrurien geplanten Ehe, zur Bildung eines neuen Kabinetts nach den Erlassen, zur Abdankung zugunsten Chambords, zu allem, was man wollte.
Doch fehlte es ihm nicht an Festigkeit. In Angers löste er die Infanterie der Nationalgarde auf, die aus Eifersucht auf die Kavallerie und vermittels eines Manövers sich zu seiner Bedeckung gemacht hatte, derart, daß sich Seine Hoheit im Gedränge der Fußsoldaten befanden und Höchstdieselben kaum weiter konnten. Doch er tadelte die Kavallerie, die Grund zur Unordnung gegeben, und verzieh der Infanterie, ein wahrhaft salomonisches Urteil.
Seine Frömmigkeit zeigt sich in zahlreichen Andachtübungen und seine Milde darin, daß er die Begnadigung des Generals Debelle durchsetzte, welcher die Waffen gegen ihn erhoben hatte.
Intime Einzelheiten, Züge des hohen Herrn:
Auf dem Schloß Beauregard, wo er seine Kindheit verlebte, machte es ihm Vergnügen, mit seinem Bruder einen Teich zu graben, der noch zu sehen ist. Einmal besuchte er die Kaserne der Jäger, verlangte ein Glas Wein und trank es auf die Gesundheit des Königs.
Während er spazieren ging, wiederholte er, um den Schritt zu markieren, für sich: „Eins, zwei, eins, zwei, eins, zwei!“
Einzelne Worte von ihm haben sich erhalten:
Zu einer Abordnung von Einwohnern von Bordeaux: „Was mich darüber tröstet, daß ich nicht in Bordeaux bin, ist der Umstand, daß ich mich in Ihrer Mitte befinde.“
Zu den Protestanten von Nismes: „Ich bin ein guter Katholik, aber ich werde niemals vergessen, daß der erlauchteste meiner Ahnen Protestant war.“
Zu den Zöglingen von Saint-Cyr, als alles verloren ist: „Schön, meine Freunde! Die Nachrichten sind gut! Es steht gut! sehr gut!“