„Sie wird Klassisches vorziehen! Wie war’s mit Phädra?“
„Ausgezeichnet!“
Bouvard erzählte die Fabel. — „Es ist eine Königin, deren Gatte von einer anderen Frau einen Sohn hat. Sie ist toll verliebt in den jungen Mann, — bist du bereit? Dann also los!“
„Ja, Prinz, ich schmachte, ich bin entbrannt für Theseus. Ich liebe ihn.“
Und während er zu Pécuchet von der Seite sprach, bewunderte er dessen Haltung, Gesicht, „dies Haupt, das mich berückt,“ jammerte, ihn nicht auf den griechischen Schiffen gesehen zu haben, hätte sich mit ihm ins Labyrinth verlieren mögen.
Die Quaste der roten Mütze neigte sich verliebt, — und seine zitternde Stimme und sein gutes Gesicht beschworen den Grausamen, mit seiner Liebesraserei Mitleid zu haben. Pécuchet ächzte, um Erregung zu zeigen, während er sich umwandte.
Frau Bordin, die regungslos zuhörte, riß die Augen auf wie vor Taschenspielern; Mélie horchte hinter der Tür. Gorju sah ihnen in Hemdsärmeln durch das Fenster zu.
Bouvard begann die zweite Tirade. Sein Spiel drückte die Raserei der Sinne aus, Gewissensbisse, Verzweiflung; und er stürzte sich mit solcher Gewalt auf das hinzugedachte Schwert Pécuchets, daß er, zwischen den Steinen stolpernd, beinahe hinfiel.
„Lassen Sie sich dadurch nicht stören! Dann kommt Theseus, und sie vergiftet sich!“
„Arme Frau!“ sagte Frau Bordin.