Trommelwirbel erklang, ein silbernes Kreuz wurde sichtbar; dann erschienen zwei Armleuchter, die von Kantoren getragen wurden, und der Herr Pfarrer mit Stola, Chorhemd, Chormantel und Barett. Vier Chorknaben begleiteten ihn, ein fünfter trug den Eimer mit dem Weihwasser, und der Küster folgte hinterdrein.

Der Priester trat auf den aufgeworfenen Rand des Pflanzloches, in welchem die mit dreifarbigen Bändchen verzierte Pappel stand. Gegenüber sah man den Bürgermeister und seine beiden Beigeordneten, Beljambe und Marescot, ferner die Honoratioren, Herrn von Faverges, Vaucorbeil, Coulon, den Friedensrichter, einen guten Kerl mit schläfrigem Gesicht. Heurtaux hatte sich eine Polizistenmütze aufgesetzt, und Alexander Petit, der neue Lehrer, hatte seinen Gehrock angezogen, einen ärmlichen grünen Gehrock, den er als Sonntagsanzug zu tragen pflegte. Die Feuerwehrleute, die Girbal, den Säbel in der Hand, anführte, bildeten eine einzige Reihe; auf der anderen Seite glänzten die weißen Metallschilder von ein paar alten Tschakos aus Lafayettes Zeiten; es waren fünf oder sechs, nicht mehr, — denn die Nationalgarde war in Chavignolles aus der Mode gekommen. Bauern mit ihren Frauen, Arbeiter der nahen Fabriken, Straßenjungen drängten sich dahinter; und Placquevent, der Feldhüter, der fünf Fuß acht Zoll groß war, hielt sie mit seinem Blick im Zaume, während er mit verschränkten Armen auf und ab ging.

Die Ansprache des Geistlichen war wie die anderer Priester bei ähnlichen Gelegenheiten.

Nachdem er gegen die Könige gedonnert hatte, verherrlichte er die Republik. Spricht man nicht von einer Gelehrten-Republik? Was gibt es Harmloseres als die eine, was Schöneres als die andere? Jesus Christus prägte unsere hehre Devise: Der Baum des Volkes, das war der Stamm des Kreuzes. Damit die Religion ihre Früchte trage, bedürfe sie der Nächstenliebe, und im Namen der Nächstenliebe beschwor der Geistliche seine Mitbrüder, keine Ausschreitungen zu begehen, friedlich nach Hause zurückzukehren.

Dann besprengte er das Bäumchen, während er den Segen Gottes erflehte. „Möge es wachsen und uns an die Befreiung von aller Knechtschaft erinnern und an diese Brüderlichkeit, die wohltätiger ist als der Schatten seiner Zweige! Amen!“

Stimmen wiederholten „Amen!“ und nach einem Trommelwirbel nahm die Geistlichkeit, die ein Te Deum anstimmte, den Weg zur Kirche zurück.

Ihre Teilnahme hatte einen außerordentlich guten Eindruck gemacht. Die einfachen Leute erblickten darin eine Verheißung von zukünftigem Glück, die Patrioten eine Ehrerweisung vor ihren Grundsätzen.

Bouvard und Pécuchet fanden, man hätte ihnen für ihr Geschenk Dank sagen, wenigstens eine Anspielung darauf machen müssen; und sie öffneten ihr Herz dem Grafen und dem Doktor.

Was taten derartige Kümmernisse! Vaucorbeil war über die Revolution entzückt, der Graf ebenfalls. Er verabscheute die Orleans. Man würde sie nicht wiedersehen; glückliche Reise! Von nun an alles für das Volk! Und mit seinem Faktotum Hurel, der ihm folgte, suchte er den Herrn Pfarrer einzuholen.