Bouvard war nicht mehr Schreiber. Zuerst hatte er seine Beschäftigung aus Mißtrauen gegen die Zukunft fortgesetzt, aber einmal der Erbschaft sicher, hatte er sie aufgegeben. Indessen ging er noch gern zu den Herren Descambos, und am Abend vor seiner Abreise lud er das ganze Kontor-Personal zu einem Punsch ein.
Pécuchet dagegen zeigte sich seinen Kollegen gegenüber übellaunig und schlug am letzten Tage beim Fortgehen die Tür heftig zu.
Er hatte das Einpacken zu überwachen, eine Menge Besorgungen und auch noch Einkäufe zu machen und mußte von Dumouchel Abschied nehmen.
Der Professor schlug ihm einen Briefwechsel vor, durch den er ihn literarisch auf dem Laufenden halten würde; und nachdem er ihm nochmals zu seinem Glück gratuliert hatte, wünschte er ihm gute Gesundheit.
Barberou zeigte mehr Gefühl, als Bouvard ihm Lebewohl sagte. Er sagte eigens deshalb eine Partie Domino ab, versprach, ihn dort unten zu besuchen, bestellte zwei Anisliköre und umarmte ihn.
Als Bouvard nach Hause gekommen war, tat er auf seinem Balkon einen tiefen Atemzug in der frischen Luft und sagte im stillen: „Endlich!“ Die Lichter der Kais zitterten im Wasser, das Rollen der Omnibusse verhallte in der Ferne. Er rief sich die glücklichen Tage zurück, die er in dieser großen Stadt verbracht hatte, die Picknicks im Restaurant, die Abende im Theater, das Geschwätz der Portierfrau, alle seine Gewohnheiten; und er fühlte, wie eine Schwäche sein Herz überkam, eine Traurigkeit, die er nicht wagte, sich zu gestehen.
Pécuchet wanderte bis zwei Uhr morgens in seinem Zimmer umher. Er würde es nicht wiedersehen, um so besser! Und um doch noch etwas von sich zurückzulassen, kritzelte er seinen Namen in den Gips des Kamins.
Die großen Frachtstücke waren schon am Abend vorher abgegangen. Die Gartengeräte, die Bettstellen, die Matratzen, die Tische, die Stühle, ein Sparherd, die Badewanne und drei Fässer mit Burgunder sollten auf der Seine bis nach le Havre gehen und von dort bis Caen verfrachtet werden, von wo aus Bouvard, der sie erwarten sollte, sie nach Chavignolles befördern ließ.
Das Bild seines Vaters hingegen, die Sessel, das Likörservice, die Bücher, die Stutzuhr, alle wertvollen Gegenstände wurden in einen Möbelwagen verladen, der den Weg über Nonancourt, Verneuil und Falaise nehmen sollte. Pécuchet wollte ihn begleiten.
Er richtete sich auf der Bank neben dem Wagenführer ein, und, in seinen ältesten Rock gehüllt, mit einem Schal, Fausthandschuhen und dem Fußsack, den er im Geschäft benutzt hatte, versehen, verließ er Sonntag den 20. März bei Tagesanbruch die Hauptstadt.