„Da die Bürger blutdürstig, die Arbeiter eifersüchtig, die Priester Kriecher sind, — und da dem Volk jeder Tyrann recht ist, vorausgesetzt, daß man ihm sein Maul im Troge läßt, so hat Napoleon recht getan! — Mag er es knebeln, mit Füßen treten und vertilgen! — Es wird nie eine genügende Strafe sein für seinen Haß gegen das Recht, seine Feigheit, seine Dummheit, seine Verblendung!“
Bouvard dachte: „Ach, der Fortschritt, welch ein Schwindel!“ Er fügte hinzu: „Und die Politik, eine schöne Schweinerei!“
„Sie ist keine Wissenschaft,“ erwiderte Pécuchet. „Die Kriegskunst steht höher, man sieht voraus, was eintrifft; wir sollten uns daran machen.“
„Nein, danke!“ erwiderte Bouvard. „Alles widert mich an. Laß uns lieber unsere Bude verkaufen und laß uns, zum Himmeldonnerwetter, zu den Wilden gehen!“
„Wie du willst!“
Im Hofe pumpte Mélie Wasser.
Die hölzerne Pumpe hatte einen langen Schwengel. Um ihn hinabzudrücken, krümmte sie sich, — und man sah alsdann ihre blauen Strümpfe bis hinauf zu den Waden. Dann hob sie mit einer schnellen Bewegung ihren rechten Arm, während sie den Kopf ein wenig drehte, — und Pécuchet fühlte bei ihrem Anblick etwas ganz Ungewohntes, einen Reiz, ein unendliches Vergnügen.
VII
Traurige Tage begannen.
Aus Furcht vor Enttäuschungen studierten sie nicht mehr; die Einwohner von Chavignolles hielten sich von ihnen fern; die Zeitungen, soweit sie erscheinen durften, brachten keine Neuigkeiten, — und ihre Einsamkeit war tief, ihre Untätigkeit vollständig.