Zwei Akkorde wurden angeschlagen und zitterten durch den Raum. Er faßte seine Cousine um die Taille, verschwand mit ihr, kam zurück. Man war durch den Luftzug des Gewandes erfrischt, das im Vorüberfliegen die Türen streifte. Sie legte den Kopf in den Nacken, er rundete seinen Arm. Man bewunderte ihre Grazie, seine elegante Haltung; und ohne auf die kleinen Kuchen zu warten, ging Pécuchet, ganz verblüfft über den Abend, heim.

Er mochte noch soviel wiederholen: „Aber ich habe es gesehen! ich habe es gesehen!“ Bouvard bestritt die Tatsachen und willigte nichtsdestoweniger ein, selbst Versuche zu machen.

Vierzehn Tage lang verbrachten sie ihre Nachmittage, einander gegenübersitzend, die Hände auf einem Tisch, dann auf einem Hut, auf einem Korbe, auf den Tellern. Alle diese Gegenstände blieben regungslos.

Die Erscheinung des Tischrückens bleibt trotzdem unbestreitbar. Der große Haufe schreibt sie Geistern zu, Faraday der Übertragung der Nervenkraft, Chevreul unbewußter Anstrengung; oder vielleicht geht, wie Ségouin annimmt, von der Ansammlung von Menschen ein Antrieb, ein magnetischer Strom aus.

Diese Hypothese versetzte Pécuchet in träumerisches Nachsinnen. Er nahm den „Führer des Magnetiseurs“ von Montacabère aus seiner Bibliothek, las ihn aufmerksam durch und weihte Bouvard in die Theorie ein.

Alle Lebewesen unterliegen dem Einfluß der Gestirne und vermitteln ihn. Ihre Einwirkung ähnelt der magnetischen Kraft. Hat man diese Kraft in der Gewalt, so kann man Kranke heilen, das ist die Grundlehre. Die Wissenschaft hat seit Mesmer Fortschritte gemacht, — doch ist es immer noch von Wichtigkeit, das magnetische Fluidum ausströmen zu lassen und Streichbewegungen vorzunehmen, die zunächst in Schlaf versetzen sollen.

„Nun gut, schläfere mich ein!“ sagte Bouvard.

„Unmöglich,“ erwiderte Pécuchet, „um der magnetischen Wirkung zu unterliegen und um sie zu übertragen, ist der Glaube daran unerläßlich.“

Dann, Bouvard betrachtend:

„Ach! wie schade.“