In den Schafställen lenkte der Verwalter ihre Aufmerksamkeit auf kleine Öffnungen zu ebener Erde und in den Schweineställen auf sinnreiche Türen, die sich von selbst schlossen.
Die Scheune war wie eine Kathedrale gewölbt in Bögen aus Ziegeln, die auf Steinmauern ruhten.
Um den Herren ein Vergnügen zu machen, streute eine Magd einige Hände voll Hafer vor die Hühner. Der Baum der Kelterpresse schien ihnen riesenhaft, und sie stiegen ins Taubenhaus empor. Vor allem die Milchkammer setzte sie in Staunen. Die Hähne in den Ecken gaben genügend Wasser, die Fliesen zu überschwemmen, und beim Eintritt spürte man eine Kühle. Braune irdene Gefäße, auf Latten gereiht, waren bis zum Rande mit Milch gefüllt. Weniger tiefe Näpfe enthielten Sahne. Die Butterwecken reihten sich aneinander wie Stücke einer Messingsäule, und der Schaum floß über den Rand der Blecheimer, die man gerade auf den Boden gesetzt hatte. Doch die Zierde des Gutshofes war der Rinderstall. Holzlatten, die senkrecht der ganzen Länge nach eingelassen waren, teilten ihn in zwei Abteilungen: die erste war für das Vieh, die zweite für die Bedienung. Man konnte nur mit Mühe darin sehen, da alle Luken geschlossen waren. Die angeketteten Rinder fraßen, und ihre Leiber strömten eine Wärme aus, welche von der niedrigen Decke zurückschlug. Doch jemand machte Licht; ein dünner Wasserstrahl ergoß sich plötzlich in die Rinne, welche an den Raufen entlang lief. Brüllen ertönte; die Hörner klangen aneinander wie Stöcke. Alle Rinder streckten ihre Mäuler zwischen den Stäben durch und soffen langsam.
Die großen Gespanne kamen in den Hof, und Füllen wieherten. Im Erdgeschoß wurden zwei, drei Laternen angezündet und verschwanden dann. Die Arbeitsleute gingen vorüber, mit ihren Holzschuhen über die Steine schlürfend, und die Glocke zum Abendessen ertönte.
Die beiden Besucher machten sich auf den Heimweg.
Alles, was sie gesehen hatten, entzückte sie; ihr Entschluß war gefaßt. Noch am selben Abend entnahmen sie ihrer Bibliothek die vier Bände des „Landhauses“; auch ließen sie sich Gasparins Abhandlungen zuschicken und nahmen ein Abonnement auf eine landwirtschaftliche Zeitung.
Um bequemer auf die Märkte zu kommen, erwarben sie eine zweirädrige Halbkutsche, die Bouvard lenkte.
In einem blauen Kittel, mit einem breitrandigen Hut, Gamaschen bis zum Knie und mit einem Roßhändlerstock in der Hand umschwärmten sie das Vieh, fragten die Arbeiter aus und verfehlten nicht, allen Landwirtschaftsfesten beizuwohnen.
Bald wurden sie Meister Gouy mit ihren Ratschlägen lästig. Sie waren vor allem mit seiner Dreifelderwirtschaft unzufrieden. Doch der Pächter hielt an seiner Erfahrung fest. Er bat um den Nachlaß eines Vierteljahrzinses unter Hinweis auf den Hagelschlag. Von Naturalien lieferte er nichts ab. Bei noch so gerechten Forderungen begann seine Frau zu zetern. Schließlich erklärte Bouvard, den Vertrag nicht wieder erneuern zu wollen.
Von dem Augenblicke an sparte Meister Gouy den Dünger, ließ das Unkraut wachsen, richtete den Boden zugrunde und zog mit einer wilden Miene ab, die Rachepläne verriet.