Nach Locke haben sie zwei Quellen, die sinnliche Wahrnehmung und die Reflexion, — und Condillac führt alles auf die sinnliche Wahrnehmung zurück.

Doch dann wird der Reflexion die Grundlage fehlen. Sie bedarf eines Subjektes, eines empfindenden Wesens; und sie ist unvermögend, uns die großen, fundamentalen Wahrheiten zu geben: Gott, gute und böse Werke, das Gerechte, das Schöne und so weiter, Vorstellungen, die man als angeboren bezeichnet, das heißt als solche, die den Tatsachen und der Erfahrung vorausgehen und allgemein sind.

„Wenn sie allgemein wären, würden wir sie gleich bei unserer Geburt haben.“

„Man meint mit diesem Worte Veranlagungen, und Descartes ...“

„Dein Descartes quatscht! Denn er behauptet, der Fötus sei ihrer teilhaftig und an einer anderen Stelle gibt er zu, es sei nur implicite der Fall.“

Pécuchet war erstaunt.

„Wo findet sich das?“

„Bei Gérando!“ Und Bouvard gab ihm einen leichten Schlag auf den Bauch.

„Laß mich in Ruhe!“ sagte Pécuchet. Dann sich Condillac zuwendend: „Unsere Gedanken sind nicht Metamorphosen der sinnlichen Wahrnehmung. Sie verursacht sie, setzt sie in Bewegung. Um sie in Bewegung zu setzen, ist ein Antrieb nötig. Denn die Materie kann aus sich selbst die Bewegung nicht hervorbringen, — und das habe ich in deinem Voltaire gefunden,“ fügte Pécuchet hinzu, indem er Bouvard eine tiefe Verbeugung machte.

So kauten sie dieselben Argumente wieder, — jeder voll Verachtung für die Ansicht des andern, und ohne ihn von der seinigen überzeugen zu können.