„Ganz recht,“ sagte Bouvard. „Der Unglückliche, welcher seinen Begierden folgt, ist ebenso in seinem Recht, wie der ehrbare Mann, der der Vernunft Gehör gibt.“

„Verteidigen Sie nicht die Ungeheuer!“

„Warum Ungeheuer? Wenn ein Blinder, ein Idiot, ein Mörder geboren wird, so scheint uns das gegen die Ordnung, als ob uns die Ordnung bekannt wäre, als wenn die Natur zu einem Endzweck handelte!“

„Dann leugnen Sie die Vorsehung?“

„Ja, ich leugne sie!“

„Sehen Sie vielmehr auf die Geschichte,“ rief Pécuchet. „Gedenken Sie der Königsmörder, der Hinmetzelungen der Völker, der Zwistigkeiten in den Familien, des Kummers der einzelnen.“

„Und zu gleicher Zeit,“ fügte Bouvard hinzu — denn sie erhitzten sich aneinander — „sorgt diese Vorsehung für die kleinen Vögel und läßt die Scheren der Krebse wieder wachsen. Ja, wenn Sie unter Vorsehung ein Gesetz verstehen, das alles ordnet, so will ich es gelten lassen, und auch nur unter Vorbehalt!“

„Indessen, mein Herr,“ sagte der Notar, „gibt es Prinzipien!“

„Was schwatzen Sie da! Eine Wissenschaft ist nach Condillac um so größer, als sie ihrer nicht bedarf! Sie resümieren nur die erworbenen Erkenntnisse und verweisen uns auf solche Erkenntnisse, die gerade bestreitbar sind.“

„Haben Sie wie wir“, fuhr Pécuchet fort, „die Geheimnisse der Metaphysik erforscht, durchwühlt?“