Die Stangen der Dahlien waren ungeheuerlich, — und man bemerkte zwischen diesen geraden Stöcken die gewundenen Zweige einer Sophora japonica, die in unverändertem Zustande verharrte, ohne auszugehen und ohne zu wachsen.
Da indessen die seltensten Bäume in den Gärten der Hauptstadt gediehen, mußten sie auch in Chavignolles fortkommen; und Pécuchet verschaffte sich indischen Flieder, chinesische Rosen und den Eukalyptus, der damals gerade in Mode gekommen war. Alle seine Versuche schlugen fehl. Er war jedesmal sehr erstaunt darüber.
Gleich ihm stieß Bouvard auf Hindernisse. Sie fragten einander um Rat, schlugen ein Buch auf, griffen zu einem anderen und wußten dann nicht, wofür sie sich bei der Verschiedenheit der Ansichten entscheiden sollten.
So empfiehlt zum Beispiel Puvis den Mergel; das Handbuch Roret verwirft ihn.
Was den Gips anlangt, so scheinen trotz Franklins Vorgang Riefel und Herr Rigaud nicht dafür begeistert.
Das Brachliegen der Felder war Bouvard zufolge ein gotisches Vorurteil. Indessen verzeichnet Leclerc Fälle, wo es beinahe unerläßlich ist. Gasparin führt einen Einwohner von Lyon an, der während eines halben Jahrhunderts Getreide auf demselben Felde baute: das widerlegt die Theorie der Koppelwirtschaft. Tull preist die Bearbeitung auf Kosten der Bedüngung; und da kommt der Major Beetson und verwirft die Bedüngung zugleich mit der Bearbeitung!
Um das Wetter im voraus bestimmen zu können, studierten sie die Wolken nach der Einteilung von Luke-Howard. Sie betrachteten jene, die sich wie eine Mähne lang hinbreiten, die, welche Inseln gleichen, die, welche man für Schneeberge halten könnte, wobei sie versuchten, die Nimbus- von den Cirrusformen, die Stratus- von den Cumulusbildungen zu unterscheiden; die Formen veränderten sich, ehe sie die Namen gefunden hatten.
Das Barometer täuschte sie, durch das Thermometer erfuhren sie nichts; und sie nahmen ihre Zuflucht zu dem Mittel, das sich ein Priester in der Touraine unter Ludwig XV. ausgedacht hatte. Ein Blutegel in einer Glasglocke sollte bei Regenwetter emporsteigen, bei beständig gutem sich auf dem Grunde halten, sich regen, wenn Unwetter drohte. Aber fast immer widersprach der Luftdruck dem Blutegel. Sie setzten noch drei andere zu diesem ersten. Alle vier benahmen sich auf verschiedene Weise.
Nach reiflicher Überlegung erkannte Bouvard, daß er sich getäuscht hatte. Sein Gut erforderte eine Bewirtschaftung im großen, eine starke Anspannung, und er setzte aufs Spiel, was ihm von verfügbaren Kapitalien blieb, dreißigtausend Franken.
Von Pécuchet angeregt, geriet er in eine Begeisterung für Dünger. In die Kompostgrube wurden Strauchwerk, Blut, Gedärme, Federn, alles, was er entdecken konnte, geworfen. Er verwandte belgischen Blutdünger, Schweizer Aschendünger, Laugenwasser, saure Heringe, Seetang, Lumpen, ließ Guano kommen, versuchte, welchen herzustellen, — und seine Prinzipien auf die Spitze treibend, duldete er nicht, daß der Urin verloren ging; er schaffte die Aborte ab. Man brachte Tierleichen in seinen Hof, mit denen er die Erde düngte. Ihr zerschnittenes Aas wurde auf die Felder geworfen. Bouvard lächelte inmitten dieser Verpestung. Eine Pumpe, die auf einem Karren befestigt war, spie Jauche auf die Erntefelder. Zu denen, die sich davon angewidert zeigten, sagte er: