Er hatte denselben Mißerfolg mit Rosenkohl, Auberginen, Rüben und Brunnenkresse, die er in einem Kübel hatte ziehen wollen. Als das Tauwetter zu Ende war, waren alle Artischocken dahin. Der Kohl war sein Trost. Besonders ein Kohlkopf machte ihm Hoffnungen. Er entfaltete sich, schoß empor, wurde schließlich ein Wunder und war vollkommen ungenießbar. Gleichviel, Pécuchet war zufrieden, ein solches Ungeheuer zu besitzen.

Dann machte er einen Versuch in dem, was ihm der Gipfel der Kunst zu sein schien: in der Melonenkultur.

Er säte Körner verschiedener Sorten in Teller, die mit Humuserde gefüllt waren, und die er in sein Mistbeet einsetzte. Dann legte er ein zweites Mistbeet an; und als es seine Hitze verloren hatte, setzte er die schönsten jungen Pflanzen um, mit den Schutzgläsern darüber. Er beschnitt sie ganz nach den Vorschriften des „Guten Gärtners“, achtete auf die Blüten, ließ die Früchte ansetzen, wählte eine auf jedem Zweig, vernichtete die anderen, und sobald sie die Dicke einer Nuß hatten, schob er unter ihre Schale ein kleines Brett, um sie am Faulen durch Berührung mit dem Mist zu hindern. Er begoß sie, setzte sie der Luft aus, wischte mit seinem Taschentuch den Niederschlag von den Schutzgläsern ab, — und wenn sich Wolken zeigten, trug er eilig Strohmatten herbei.

Des Nachts ließen sie ihn nicht schlafen. Mehrere Male erhob er sich sogar wieder; und mit bloßen Füßen in den Schuhen und im Hemde zitternd durchschritt er den ganzen Garten, um seine Bettdecke über die Treibkästen zu breiten.

Die Warzenmelonen reiften. Bei der ersten schnitt Bouvard eine Grimasse. Die zweite war nicht besser, die dritte ebenfalls nicht. Pécuchet hatte jedesmal eine neue Entschuldigung bis zur letzten, die er aus dem Fenster warf, wobei er erklärte, daß er das nicht verstehe.

In der Tat, da er die verschiedenen Arten beieinander gezogen hatte, hatten sich die Zuckermelonen mit den Netzmelonen vermischt, die dicke portugiesische mit der großen mongolischen, — und da die Nachbarschaft der Tomaten die Zuchtlosigkeit voll machte, waren schreckliche Kreuzungen entstanden, die den Geschmack von Kürbissen hatten.

Dann warf sich Pécuchet auf die Blumenzucht. Er schrieb an Dumouchel wegen Samenpflanzen, kaufte einen Vorrat Heideerde und machte sich entschlossen ans Werk.

Aber er pflanzte die Passionsblumen in den Schatten, die Stiefmütterchen in die Sonne, bedeckte die Hyazinthen mit Dünger, begoß die Lilien nach der Blüte, vernichtete die Rhododendren durch übermäßiges Abbinden der Zweige, trieb die Fuchsien mit Leim und dörrte einen Granatbaum, indem er ihn dem Feuer in der Küche aussetzte.

Beim Herannahen der Kälte schützte er die Heckenrosen mit Schutzhüllen aus starkem Papier, das mit Talglicht zusammengekittet war; sie sahen aus wie Zuckerhüte, die an Stöcken in der Luft schwebten.