Bouvard war verwirrt, wie bei der Entdeckung eines Geheimnisses, das verborgen bleiben muß.

Seit einiger Zeit sahen ihm die Scheiben reinlicher aus, hatten die Servietten weniger Löcher, war das Essen besser; — Veränderungen, die man dem Eingreifen der Reine, der Magd des Herrn Pfarrers, verdankte.

Sie verband das Kirchliche mit den Küchenangelegenheiten, war kräftig wie ein Ackerknecht und opferfreudig, wenn auch unehrerbietig. Sie verschaffte sich Eingang in die Haushaltungen, gab Ratschläge, wurde dort zur Herrscherin. Pécuchet setzte volles Vertrauen in ihre Erfahrung.

Einmal führte sie ihm einen feisten Menschen mit kleinen, geschlitzten Augen und einer Hakennase zu. Es war Herr Gouttman, Händler in Devotionalien — und er packte ihrer einige, die in Schachteln verschlossen waren, unter dem Schuppen aus: Kreuze, Münzen und Rosenkränze von allen Größen, Leuchter für Kapellen, tragbare Altäre, Sträuße aus Flittergold und Darstellungen des Herzen Jesu auf blauer Pappe, heilige Josephs mit rotem Bart, Kalvarienberge aus Porzellan. Pécuchet hätte sie gern gehabt. Der Preis allein hielt ihn zurück.

Gouttman verlangte kein Geld. Er zog Tauschgeschäfte vor, und nachdem sie ins Museum emporgestiegen, bot er für das alte Eisen und das ganze Blei einen Vorrat seiner Waren an.

Sie schienen Bouvard scheußlich. Doch Pécuchets Blick, Reines dringende Bitten und der Wortschwall des Trödlers überzeugten ihn schließlich. Als Gouttman ihn so nachgiebig sah, wollte er noch die Hellebarde dazu haben; Bouvard, müde, ihre Handhabung zu zeigen, gab sie hin. Nachdem alles abgeschätzt worden war, schuldeten die Herren noch hundert Franken. Man einigte sich auf vier Dreimonatswechsel, — und sie wünschten sich Glück zu dem vorteilhaften Geschäft.

Ihre Erwerbungen wurden auf sämtliche Zimmer verteilt. Eine mit Heu gefüllte Krippe und eine Kirche aus Kork zierten das Museum.

Auf Pécuchets Kamin stand ein Johannes der Täufer aus Wachs; auf dem Flur reihten sich die Bilder der bischöflichen Berühmtheiten, und unten im Treppenhause sah man unter einer Kettenlampe eine heilige Jungfrau in azurfarbenem Mantel mit einer Sternenkrone. Marcel reinigte diese Herrlichkeiten und dachte, es könne im Paradiese nichts Schöneres geben.

Wie schade, daß der Sankt Peter zerbrochen war, wie schön würde er sich in der Vorhalle ausgenommen haben! Pécuchet blieb zuweilen vor der ehemaligen Kompostgrube stehen, in der man die Tiara, eine Sandale und den Zipfel eines Ohres erkennen konnte; gab Seufzer von sich und setzte dann die Gartenarbeit fort; denn jetzt verband er körperliche Arbeiten mit religiösen Übungen, grub, mit dem Mönchsgewand bekleidet, die Erde um, während er sich mit dem heiligen Bruno verglich. Diese Verkleidung mochte eine Lästerung sein; er legte sie ab.

Doch er nahm, ohne Zweifel durch den häufigen Verkehr mit dem Pfarrer, geistliche Manieren an. Er hatte dasselbe Lächeln, dieselbe Stimme, und er steckte mit frostiger Miene seine beiden Hände bis zu den Handgelenken in die Ärmel. Es kam der Tag, wo das Krähen des Hahnes ihm unangenehm wurde, wo die Rosen ihn anekelten; er ging nicht mehr aus und hatte grimmige Blicke für die Natur.