So wies Pécuchet Bouvards Bemerkung zurück.

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Sie verschafften sich mehrere Werke über Erziehung, und der Weg, den sie einzuschlagen hatten, stand für sie fest. Man mußte jeden metaphysischen Gedanken fernhalten, die Experimentalmethode anwenden und dem Gang der Natur folgen. Da die beiden Zöglinge vergessen sollten, was sie gelernt hatten, so war Eile nicht vonnöten.

Obwohl sie eine kräftige Konstitution hatten, wollte Pécuchet sie in spartanischer Weise abhärten, an das Ertragen von Hunger und Durst, an die Unbilden der Witterung gewöhnen, und sie sollten sogar durchlöchertes Schuhwerk tragen, um gegen Erkältungen gefeit zu sein. Dem widersetzte sich Bouvard.

Die dunkle Kammer hinten am Flur wurde ihr Schlafzimmer. Die Ausstattung bestand in zwei Gurtbetten, zwei kleinen Lagerstätten, einem Kruge; das Guckfenster saß über ihren Köpfen, und Spinnen liefen an den Gipswänden entlang.

Oft kam ihnen das Innere einer Hütte, in der man sich zankte, in die Erinnerung zurück.

Ihr Vater war eines Nachts mit blutigen Händen zurückgekehrt. Einige Zeit darauf waren die Gendarmen gekommen. Dann hatten sie in einem Walde gewohnt. Männer, die Holzschuhe machten, küßten ihre Mutter. Sie war gestorben; ein Wägelchen hatte die Kinder fortgebracht. Man schlug sie viel; es ging ihnen erbärmlich. Dann sahen sie in der Erinnerung den Feldhüter wieder, Frau von Noares, Sorel; und ohne sich nach dem Grunde zu fragen, waren sie in diesem neuen Hause glücklich. Auch war ihr Erstaunen schmerzlich, als nach Verlauf von acht Monaten der Unterricht wieder begann. Bouvard befaßte sich mit der Kleinen, Pécuchet mit dem Jungen.

Viktor konnte die Buchstaben unterscheiden, doch wollte es ihm nicht gelingen, Silben zu bilden. Er stotterte sie hervor, blieb plötzlich stecken und sah aus wie ein Idiot. Viktorine stellte Fragen. Woher kommt es, daß ch in „orchestre“ wie q und in „archéologique“ wie k gesprochen wird? Zuweilen muß man zwei Vokale verbinden, zu andern Malen sie abtrennen. Das alles hat keinen Sinn. Sie war entrüstet.

Die Lehrer unterrichteten zur selben Stunde, jeder in seinem Zimmer, und da die Verbindungswand dünn war, bildeten diese vier Stimmen, eine dünne, eine tiefe und zwei hohe, eine scheußliche Katzenmusik. Um dem ein Ende zu machen und die beiden Bälge durch den Wetteifer anzustacheln, kamen sie auf den Gedanken, sie zusammen im Museum arbeiten zu lassen, und der Schreibunterricht begann.

Die beiden Schüler schrieben jeder an einem Ende des Tisches eine Vorlage ab; aber ihre Körperhaltung war schlecht. Man mußte sie aufrichten, ihre Blätter fielen zur Erde, ihre Federn spalteten sich, das Tintenfaß fiel um.