Wie konnte man nach einem solchen Skandal ein so verdorbenes junges Mädchen behalten?
Bouvard und Pécuchet erklärten den Pfarrer für ein altes Roß. Seine Magd verteidigte ihn brummend: „Man kennt Sie! Man kennt Sie!“ Sie gaben’s ihr zurück, und sie ging, während sie die Augen schrecklich rollte.
Viktorine hatte sich in der Tat in Arnold verliebt, so reizend fand sie ihn in seinem gestickten Kragen, seiner Samtweste, mit seinem angenehm duftenden Haar, und sie brachte ihm Sträuße mit bis zu dem Augenblick, wo sie durch Zéphyrin angezeigt wurde.
Wie lächerlich war dieses Abenteuer; die beiden Kinder waren ja vollständig unschuldig!
Sollte man sie über das Geheimnis der Zeugung belehren? „Ich sähe nichts Schlimmes darin,“ sagte Bouvard. Der Philosoph Basedow erklärte es seinen Zöglingen, wobei er jedoch nur auf die Schwangerschaft und die Geburt genauer einging.
Pécuchet dachte anders. Viktor begann ihn zu beunruhigen.
Pécuchet hatte ihn im Verdacht, eine böse Angewohnheit zu haben. Weshalb nicht? Es gibt ernste Männer, die sie ihr ganzes Leben hindurch behalten, und man behauptet, daß der Herzog von Angoulême sich ihr hingab.
Er fragte seinen Zögling in einer Weise, daß er ihm die Augen öffnete, und bald darauf sah er seinen Argwohn bestätigt.
Da nannte er ihn Verbrecher und wollte ihn zur Heilung Tissot lesen lassen. Dieses Meisterwerk wirkte nach Bouvards Ansicht eher verderblich als nutzbringend. Besser sei, ihm ein poetisches Gefühl einzuflößen. Aimé Martin berichtet, daß eine Mutter in einem ähnlichen Falle ihrem Sohne die „Neue Héloise“ zu lesen gab, und um der Liebe würdig zu werden, begab sich der junge Mensch schleunigst auf den Pfad der Tugend.
Doch Viktor war nicht fähig, eine Sophie zu erträumen.