Sogleich am folgenden Tage erhielten sie eine Vorladung vor das Polizeigericht wegen Beleidigung des Waldhüters, der auf hundert Franken Buße angetragen habe, vorbehaltlich eines Antrages seitens des Staatsanwalts wegen der durch sie begangenen Übertretungen: „Kosten 6 Frank 75 Cents. Tiercelin, Gerichtsvollzieher.“

Was sollte dabei der Staatsanwalt? Der Kopf schwindelte ihnen; dann beruhigten sie sich und bereiteten ihre Verteidigung vor.

Am vorgeschriebenen Tage begaben sich Bouvard und Pécuchet eine Stunde zu früh auf das Bürgermeisteramt. Niemand zeigte sich. — Stühle und drei Sessel standen um einen ovalen Tisch, der mit einer Decke bedeckt war; in die Mauer war eine Nische zur Einsetzung eines Ofens gebrochen, und die Büste des Kaisers, die auf einem Sockel stand, schaute auf das Ganze herab.

Sie durchstreiften das Haus bis zum Boden, wo eine Löschpumpe, mehrere Fahnen und in einem Winkel auf der Erde noch andere Gipsbüsten lagen: der große Napoleon ohne Diadem, Ludwig XVIII. mit Epauletten über dem Frack, Karl X., der an seiner herabhängenden Lippe zu erkennen war, Ludwig Philipp mit geschweiften Augenbrauen und einer spitz gekämmten Tolle; sein Nacken berührte die schräge Neigung des Daches; und alle Büsten waren von Fliegen und Staub beschmutzt. Dieser Anblick verstimmte Bouvard und Pécuchet. Ein Gefühl des Mitleids für die Regierungen ergriff sie, als sie in den großen Saal zurückkehrten.

Hier fanden sie Sorel und den Feldhüter; der eine hatte sein Schildchen am Arm, der andere trug ein Käppi. Etwa ein Dutzend Personen plauderten miteinander; sie waren angezeigt, weil sie nicht genügend gefegt oder weil sie ihre Hunde hatten herumlaufen lassen, weil die Laterne am Wagen gefehlt oder weil sie während der Messe die Schankwirtschaft offen gehalten hatten.

Endlich kam Coulon in einer Amtsrobe aus schwarzer Sarsche und einem runden Barett, das einen unteren Rand aus Samt hatte. Sein Schreiber setzte sich zu seiner Linken, der Bürgermeister in der Schärpe nahm rechts von ihm Platz, und bald darauf wurde die Angelegenheit Sorel gegen Bouvard und Pécuchet aufgerufen.

Louis Martial Eugène Lenepveur, Kammerdiener in Chavignolles (Calvados), benutzte seine Eigenschaft als Zeuge, alles darzulegen, was er über eine Unmenge von Dingen wußte, die nichts mit dem Streit zu tun hatten.

Nicolas Juste Aubain, Tagelöhner, fürchtete, Sorels Mißfallen zu erregen und andrerseits den Herren zu schaden; er hatte grobe Worte gehört, zweifelte jedoch daran; er berief sich auf seine Taubheit.

Der Friedensrichter ließ ihn sich wieder setzen; dann wandte er sich an den Waldhüter:

„Bleiben Sie bei Ihrer Aussage?“