Viktor erkletterte die Mauern und stieg in die Dachgiebel, um ein Signal anzubringen, bezeigte guten Willen und sogar einen gewissen Eifer.

Sie waren auch mit Viktorine zufriedener.

Wenn sie Wäsche bügelte, bewegte sie ihr Eisen auf dem Brett, während sie mit zarter Stimme sang; sie zeigte Interesse für die Wirtschaft, machte Bouvard eine Mütze, und ihre Nähte trugen ihr die Komplimente Romiches ein.

Romiche war einer jener Schneider, die auf die Gutshöfe gehen, um die Kleider auszubessern. Man behielt ihn vierzehn Tage im Hause.

Er war bucklig und hatte rotumränderte Augen, glich jedoch diese körperlichen Mängel durch eine närrische Laune wieder aus. Während die Herren abwesend waren, belustigte er Marcel und Viktorine durch spaßige Erzählungen, streckte seine Zunge bis zum Kinn heraus, ahmte den Kuckuck nach, führte sich als Bauchredner vor und legte sich am Abend, um die Kosten der Herberge zu sparen, im Waschhaus schlafen.

Nun holte Bouvard eines Morgens, da er fror, zu sehr früher Stunde dort Hobelspähne, um sein Feuer anzuzünden.

Ein Anblick ließ ihn erstarren.

Hinter den Trümmern der Truhe schliefen Romiche und Viktorine auf einer Matratze.

Er hatte seinen Arm um ihre Taille gelegt, und seine andere Hand, lang wie die eines Affen, hielt ihr Knie umfaßt; seine Lieder waren halb geschlossen, sein Gesicht noch von einem Krampf der Lust verzogen. Sie lächelte, auf dem Rücken liegend. Ihre offenstehende Nachtjacke zeigte ihren kindlichen Busen, der von den Liebkosungen des Buckligen rot gefleckt war; ihre blonden Haare hingen gelöst, und die Morgendämmerung warf über beide ein fahles Licht.

Bouvard war es im ersten Augenblick gewesen, als empfange er einen Stoß mitten vor die Brust. Dann hinderte ihn die Scham, auch nur die leiseste Bewegung zu machen; schmerzliche Gedanken ergriffen ihn.